- Lothar Dräger aus Burg: Der Entschluss zum Nicht-Verbrennen ist zu kurzfristig und unangemessen. Viele Gartenbesitzer haben doch schon gestapelt. Brauchtumsfeuer dagegen werden genehmigt. Zudem stecken in vielen Grünschnittstapeln Parasiten, die durch das Verbrennen bekämpft werden. Da keiner weiß, wohin mit den Gartenabfällen, könnte es sein, dass sie in die Wälder gebracht werden, was wiederum der Natur schadet.

- Annette Sens aus Wallwitz: Es ist ja ganz neu, dass der Landrat auf einmal die Bedeutung einer sauberen Umwelt ohne Geruchsbelästigung entdeckt hat. In Vehlitz und Möckern hat er jahrelang die illegale Müllverklappung geduldet. Ich hoffe, dass bezüglich der Tongruben alle Schuldigen auch bestraft werden, so wie ein armer Mann in Wallwitz, der wegen eines kleinen Feuers gleich 75 Euro Strafe zahlen musste.

- Klaus-Dieter Krüger, Vorsitzender NABU-Regionalverband: Als Verein finden wir das Verbot gut. Sammelstellen können helfen, wovon dann abgefahren werden kann. Es gibt im ländlichen Bereich schon gute Beispiele dafür. Wir sind dafür, dass solche Sammelstellen auch in Burg eingerichtet werden, etwa in jedem Stadtteil.

- Horst Völker, Vorsitzender der Kleingartenanlage "Heinrich Zille" in Güsen: Ich bin seit fast 30 Jahren dabei, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Mit Müh und Not habe ich neue Pächter für Gärten in unserer Anlage gefunden. Wir sind über einen Kilometer von Güsen entfernt. Wenn bei uns etwas verbrannt wird, stört das überhaupt nicht. Es ist zu befürchten, dass einige Pächter kündigen werden, wenn sie nichts mehr verbrennen dürfen.

- Franko Pfitzner aus Genthin: Ach der Herr Lothar Finzelberg jetzt will er den armen Gartenfreunden auch noch das Feuer verbieten und gerade er redet über Feinstaubbelastung und Umwelt, da muss ich ja mal lachen. Ich denke, der Mann hat doch mit sich selbst genug zu tun. Immer nur auf die Kleinen!

- Marlene Steinberg aus Parey: Wie soll ich als 75-jährige Alleinstehende den Gartenabfall zu den Sammelstellen kriegen? Ich kenne viele, die ebenfalls alleinstehend sind, und die keine Möglichkeiten haben, die Abfälle zu transportieren. Die Haufen sind so trocken. Die sind in einer halben Stunde weg. Da wird sich kein großer Rauch entwickeln.

- Falk Greiner aus Genthin: Mir geht der Hut hoch! Alle Gartenfreunde und Grundstücksbesitzer haben sich auf diesen Tag vorbereitet. Nicht jeder hat ein Auto mit Hänger, um die Unkräuter und Holzreste zu den Sammelstellen zu bringen. Unser Landrat hat es leicht, 50 Meter von seinem Haus ist ein Sammelplatz. Bürgermeister, haltet euch fest, vielleicht kommt drei Tage vor Ostern auch noch ein Verbot. Unsere Wälder werden sich wieder mehr mit irgendwelchem Dreck anreichern.

- Lothar Papzien aus Genthin: Haben denn unsere Politiker vergessen, wer ihre Kohle verdient und wem sie eigentlich verpflichtet sind? Wenn Herr Finzelberg plötzlich zum Öko-Freak mutiert sein sollte und so viel Umweltbewusstsein hat, dann sei nur an den Dreck in den Tongruben erinnert, was er ja hätte wohl verhindern können.

- Barbara Bester aus Burg: Die Entscheidung des Landrates hat nichts mit Wahlen zu tun. Sie war überfällig. Der Unmut der Leute ist verständlich, aber wir sind nur zu Gast auf dieser Welt und lieber ist mir ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

- Siegfried Rehse aus Lübs: Es kann doch wohl nicht angehen, dass die gemessene Feinstaubbelastung im Flickschupark Burg auf den gesamten Landkreis übertragen wird. Vielleicht kann mir Herr Finzelberg einen Tipp geben, wie ich den Grünschnitt ohne Pkw-Anhänger von Lübs zu der etwa 15 Kilometer entfernten Sammelstelle nach Gommern transportieren soll? Hat er schon einmal darüber nachgedacht, in welchem Verhältnis das Verbrennen von Gartenabfällen zu den gewaltigen Klimaanlagen der Hotelanlagen im Mittelmeerraum bzw. Nahost steht?

- Hans-Werner Dzewas aus Burg: Man kann dem Landrat für diese Entscheidung nur Respekt zollen, sie war im Interesse der Umwelt sowie vieler Menschen mit Atemwegserkrankungen lange überfällig. Die Gartenbesitzer sollten sich hinterfragen, ob sie und ihre Gartennachbarn sich immer an die Vorschriften zum Verbrennen gehalten haben (Wetter,Windrichtung und Belästigung der Anwohner durch starke Rauchentwicklung).

- Norbert Stiller, Vorstand Kleingartenverein "Zur Wisch" in Burg: Die Entscheidung trifft unsere Kleingärtner hart. Fast alle Gartensparten haben mit Überalterung und Leerstand zu kämpfen und sind bemüht, die Gartenarbeit so leicht wie möglich zu gestalten. So eine kurzfristige Entscheidung ist ein Schlag gegen uns als Kleingärtner und entspricht nicht unserem Willen. Anfrage in diesem Zusammenhang: Wird durch den Landkreis auch in diesem Jahr die kostenlose Containerbereitstellung bei Anforderung gewährleistet? Oder müssen die Vereine jetzt selbst die Kosten tragen?

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