Burg/Genthin. Endlich ist der Frühling da. Endlich wärmt die Sonne wieder Bäume, Blumen und Boden. Endlich beginnt der Garten zu erwachen. Das freut auch Karl Schmidt. Dem Burger juckt es in den Fingern. Jede freie Minute nutzt er, um seinen Garten nach dem langen Winter auf das neue Gartenjahr vorzubereiten.

Kübel- und Zimmerpflanzen werden in Form gebracht und auf Schädlinge untersucht, Pilzkrankheiten an Obstbäumen bekämpft, der Rasen vom Moos befreit und mit Eisendünger genährt, Obstgehölze beschnitten. "Außerdem nehme ich Bodenproben, die ich selber begutachten kann. So sehe ich, wie meine Erde beschaffen ist. Das hilft mir, den richtigen Dünger auszuwählen", erklärt er.

Und es gibt noch mehr Aufgaben, die dringend in diesen Wochen erledigt werden müssen. Die Nistkästen für singende Gartenvögel werden gereinigt, kontrolliert und aufgehängt, die Regentonne wieder aufgestellt, die Koniferen gewässert und die Rosen geschnitten.

In diesem Frühjahr hat Karl Schmidt schon ein besonderes Projekt umgesetzt: Ein Insektenhotel ist entstanden. Dafür sammelte er Schilfrohr, Tannenzapfen, Holunderzweige, Lehm- und Mauersteine sowie grobe Hölzer. Mit Kanthölzer baute er das Grundgerüst. "Danach habe ich die Freiräume mit dem gesammelten Material verschlossen", berichtet er.

Größere Hohlräume füllte er mit Schilf. In Hartholzscheiben bohrte er kleinere und größere Löcher. Tiefere Aushöhlungen dienen nun als Brutröhren. Große Lücken zwischen den Baumaterialien füllte Karl Schmidt mit Heu, kleinen Steinen und Lehm. Den Sockel deckte er mit Holz zu. Vielleicht verkriechen sich bald ein paar Igel dahinter. Drei Tage hat er für den Bau benötigt.

Insektenhotels sind ideale Nist- und Überwinterungshilfen für nützliche Insekten wie Wildbienen, Florfliegen, Marienkäfer und Schmetterlinge. Die Fliegen und Käfer vertilgen vor allem Blattläuse und fühlen sich in den Tannenzapfen und Rinden am wohlsten.

Die Naturhäuser können nahezu überall aufgestellt werden, selbst auf Balkon oder Terrasse. Karl Schmidt hat den idealen Platz gefunden, direkt neben einem Baum. "Das Insektenhotel sollte witterungsgeschützt stehen", meint er. Ein sonniges Plätzchen sollte es auch sein. Schließlich benötigen die kleinen Helfer Wärme zum Brüten und Leben.

Idealerweise sollte das kleine Heim ein bis zwei Meter höher und damit über der Vegetation aufgebaut sein. Es kann an einer Haus- oder Garagenwand, an einem Zaun oder einem Baumpfahl angebracht werden. Die Einflugschneise sollte vor Regen und Wind geschützt sein.

Und damit sich die nützlichen Insekten auch wirklich wohl fühlen, machen sich in unmittelbarer Nähe wohlduftende Kräuter sowie blütenreiche Wildpflanzen, Sträucher und Bäume wunderbar. Karl Schmidt freut sich schon auf seine neuen Bewohner. Die ersten Ohrenkneifer sind schon eingezogen.

 

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