Wissen Sie, was ein Stickenofen ist? Diese beiden Männer auf dem nebenstehenden Foto wissen es genau: Bäckermeister Viorel Ursaciuc aus Zvoristea und Bäckermeister Lars Brademann aus Plötzky benutzen ihn täglich zum Backen von Blechkuchen - wenn sie denn einen Stickenofen haben. Der von Viorel Ursaciuc war einem Brand zum Opfer gefallen. Lars Brademann schenkte ihm nun seinen.

Gommern/Plötzky. So viel Spendenbereitschaft auf einmal sind auch die Rumänienhelfer aus Gommern nicht immer gewohnt: Nachdem im rumänischen Zvoristea die mit deutschen Spenden errichtete Bäckerei vor wenigen Wochen niedergebrannt war, war nicht abzusehen, wie es dort weiter- gehen soll. Denn die Bäckerei war Bestandteil der angestrebten Hilfe zur Selbsthilfe und sicherte zudem den Ärmsten der Armen eine Brotpatenschaft. Doch wie backen ohne Ofen?

Auch mit Hilfe von Artikeln in der Volksstimme wurden Menschen im Jerichower Land und im Salzlandkreis auf die Not der Rumänen aufmerksam. Und hier spielte der Zufall einmal den Notleidenden in die Hände.

Kartoffeln für Bauern

Henriette Barthels, Mitglied im Rumänienhilfeverein Gommern, schilderte die Situation: "Viorel Ursaciuc brauchte also dringend einen Stickenofen, weil sein eigener beim Bäckereibrand im Januar ein Opfer der Flammen geworden war. Und in Plötzky benötigte der dortige Bäcker Lars Brademann Platz für den Umbau seiner Backstube und wollte seinem tüchtigen Kollegen helfen. So trat er ihm kostenlos den Ofen ab. Die Rumänen mussten nur noch kommen und ihn ausbauen. Binnen einer Woche waren erste Kontakte, Fragen, Überlegungen, Zusagen und der nicht ganz einfache Ausbau erledig", ist Henriette Barthels begeistert über so viel Hilfsbereitschaft. Im Namen des gesamten Vereines möchte sie sich bei Lars Brademann ganz herzlich für diese großartige Hilfe bedanken.

Einmal in Deutschland konnte Viorel gleich noch weitere Geräte dank der Spenden für seine Bäckerei günstig kaufen. Mehl und Öl für die Bäckerei wurden zugeladen, auch Saatkartoffeln als Hilfe für die hochwassergeschädigten Kleinstbauern.

Zweiter Ofen aus Möser

"Soviel Hilfe machte Mut zu einer zweiten Gommern-Fahrt", berichtet die Rumänienhelferin weiter: "Diesmal mit zwei Kleintransportern und zu sechst konnte so in Möser ein kostenloser Backofen ausgebaut werden. Von einer ehemaligen Bäckerei in Gehrden war zudem eine Portioniermaschine preiswert abgegeben worden, auch sie wurde abgebaut und verladen."

Nicht nur für den Neuaufbau der Bäckerei wurden Hilfe geleistet und Hilfsgüter mitgenommen. "Als große Hilfe für die Kranken in Zvoristea nahmen unsere Freunde ein Ultraschallgerät mit", so Hemnriette Barthels. Allen, die mit ihren Spenden beigetragen haben, die sehr nötige Hilfe zu leisten, sagt der Rumänienverein Dank.