Bushaltestellen, Beton-Blumenkästen und jetzt der Obelisk auf dem Burger Markt: Jeden Tag entdecken Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Bauhofes neue Schmierereien an öffentlichen Einrichtungen der Stadt. Die Reinigung ist zeitaufwendig, kostenintensiv und manchmal sogar unmöglich.

Burg. "Zwei meiner Mitarbeiter sind fast ausschließlich damit beschäftigt, die Schmierereien im Stadtgebiet immer wieder zu beseitigen", sagt Horst Pötter, Chef des Burger Bauhofes, der auf die Verursacher der Hieroglyphen gar nicht gut zu sprechen ist. Ganze zwei Tage dauere es, bis zum Beispiel eine mit Farbe verdreckte Bushaltestelle wieder sauber ist. Verschiedenste Farben auf verschiedensten Untergründe - dem ist oft nur mit Chemikalien beizukommen. Pötter: "Natürlich werden wir sofort aktiv, wenn Hakenkreuze oder ähnliches beseitigt werden müssen. Ansonsten schieben wir die Putzarbeit notgedrungen vor uns her, denn wir haben ja auch noch was anders zu tun. "

"Man kann wegen der vielen Schmierereien mit Besuchern ja gar nicht mehr durch die Schartauer Straße und die Nebenstraßen spazieren, ohne sich schämen zu müssen", sagt der Niegripper Ortsbürgermeister Karl-Heinz Summa. "Da sind jetzt mal alle gefordert: Ordnungsamt und Polizei. Es reicht nicht, im Auto Streife zu fahren. Die Ordnungshüter müssen auch mal aussteigen, nur so kann man die Schmierfinken auf frischer Tat erwischen." Aber in Burg könnten sich die Sprayer ja sicher fühlen, schimpft Summa. Das Thema gehöre aktuell auf die Tagesordnung von Stadtrat und Kreistag, so Summa. Burgs Stadtsprecher Bernhard Ruth bestätigt, dass die Schmierereien in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen haben. "Zu dieser Einschätzung kommen unsere Politessen, die jeden Tag unterwegs sind."

Neben Bushaltestellen sind zurzeit in der Tat die Blumenkästen in der Schartauer Straße bei den Schmierfinken "beliebt", bestätigt Horst Pötter. Die Kästen aus Waschbeton sind äußerst schwer zu reinigen. Gar unmöglich werde es sein, so Pötter weiter, den auf allen vier Seiten beschmierten Obelisk auf dem Burger Markt wieder sauber zu bekommen. "Der Obelisk ist aus Sandstein, die Farbe hat sich regelrecht eingebrannt. Eine Reinigung, so hat mir ein Experte gesagt, ist nicht zu machen. Der historische Wegweiser kann eigentlich nur abgetragen und ersetzt werden."

Das würde Tausende von Euro kosten. Die Schmierereien sind nicht nur für die Stadt Burg, sondern auch für unzählige private Hausbesitzer ein oft teurer Ärger. Egal ob durch Schriftzüge öffentliches oder privates Eigentum beschädigt wird - jede einzelne dieser Sachbeschädigungen landet in der Regel auf dem Tisch von Beamten des Burger Polizeireviers. Laut Polizei-Sprecher Ralph Völker sind 48 Schmierereien aktenkundig geworden, die sich seit 1. Januar in Burg ereignet haben. "Jede Schmiererei ist eine Sachbeschädigung, also eine Straftat, und wir ermitteln entsprechend", so Völker, der betont, dass einige der Tatverdächtigen auch "auf frischer Tat" gestellt werden konnten. Andere Tatverdächtige wurden durch die Ermittlungsarbeit der Beamten namentlich bekannt, bisher insgesamt sieben in fünf Fällen.

Auf die Täter wartet nicht nur ein Strafverfahren. Die meist jugendlichen Sprayer werden oft mit Schadensersatzforderungen der Geschädigten konfrontiert. "Wer aktuell kein Geld hat, ist nicht aus dem Schneider. Die Geschädigten können sich noch nach Jahrzehnten ihr Geld holen", so Ralph Völker.