Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Breitbandanschluss hatte am Dienstagabend die Telekom und ein von ihr beauftragter Dienstleister aus Schönebeck nach Gommern eingeladen. 40 Interessierte kamen zu der Veranstaltung. Es zeigte sich, dass noch viele Fragen offen und einige Formalitäten nötig sind, um tatsächlich in den Genuss des schnellen DSL zu gelangen.

Gommern. Nein, nicht für alle ist es jetzt da, das superschnelle Internet mit bis zu 16 000 Kbit/s. Denn erstens profitieren vom landesgeförderten Breitbandausbau nur die bis dato "weißen Flecken" auf der DSL-Landkarte, und zweitens ist der nun erforderliche Tarifwechsel nicht unproblematisch.

Dazu erklärte Joachim Fricke, der den Netzausbau im Gebiet der Einheitsgemeinde Gommern für die Telekom begleitete: "Entsprechend dem geltenden Recht ist ein Wechsel prinzipell erst mit Ablauf des bestehenden Vertrages machbar." Wer also erst vor Kurzem einen anderen Tarif mit der Telekom abgeschlossen hat, ist an den im Regelfall für zwei Jahre gebunden. Wer nach Ablauf dieser zwei Jahren nicht gekündigt hat, hängt üblicherweise ein weiteres Jahr in der getroffenen Vereinbarung fest. Dünner Hoffnungsschimmer: Man wolle prüfen, was angesichts der neuen Situation im neu erschlossenen Gebiet vielleicht doch anders geht, so der Telekom-Mann Fricke.

Warten auf Ende des alten Tarifs

Für alle, bei denen solche Tarifbindungen nicht im Wege stehen, gilt es nun, einen Antrag zu stellen. Dazu hatte der Joachim Fricke ein privates Unternehmen aus Schönebeck mitgebracht. Allerdings hat die "City Phone Telekommunikation GmbH" keine Exklusivrechte, der Kunde kann sich aussuchen, bei wem er seinen DSL-Antrag stellt, in jedem anderen Telekom-Partner-Shop oder im T-Punkt sei das genauso möglich.

Für Verwirrung hatte ein Anbieter gesorgt, der in Ortschaften von Gommern schon früh per Postwurfsendungen dazu aufforderte, schnell Verträge abzuschließen, "bevor die Anschlüsse knapp werden".

Unfug, sagt dazu Telekom-Mann Fricke: "Wenn wir merken, dass Anschlüsse knapp werden, wird nachgerüstet. Es kann aber passieren, dass der Kunde etwas auf seinen Anschluss warten muss." Auch müsse nicht jeder sofort "seinen" Anschluss bestellen, auch später gebe es welche.

Wie schnell die neue DSL-Verbindung künftig sein wird, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Telekom bleibt bei den wenig aussagekräftigen Bezeichnungen "bis zu 6000 Kbit/s" oder "bis zu 16000 Kbit/s). Das sind dann auch die beiden Tarifoptionen, unter denen die Gommeraner nun wählen können.

Tempo hängt vom Abstand zum Port ab

Wie hoch das "bis zu" ausfällt, muss im Einzelfall geprüft werden. Die Datengeschwindigkeit richtet sich nach der Entfernung vom Kunden zum nächsten "Port", jenen Kästen, die schon zuvor im Stadtgebiet verteilt waren, aber erst jetzt mit der DSL bestückt sind. In Gommern steht der Port in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Hier erfolgt der symbolische Start ins DSL-Zeitalter am 24. Mai um 11 Uhr durch den Gommeraner Stadtbürgermeister Wolfgang Rauls erfolgen.