Burg l Um 7 Uhr startet heute in Berlin die E-Bike-Wave 2012. Etwa 150 Teilnehmer machen sich mit ihren Elektrofahrrädern auf den 310 Kilometer langen Weg nach Hannover, den sie bis Sonntagabend geschafft haben wollen.

Alle 30 bis 40 Kilometer legt die "Welle" einen Zwischenstopp ein, so auch in Burg. Hier werden die E-Biker heute gegen 17.30 Uhr auf dem Gelände der Stadtwerke Burg an der Niegripper Chaussee 38 erwartet. Interessierte sind aber bereits ab 15 Uhr willkommen, um sich über E-Bikes und andere Themen zu informieren.

Auf der Strecke wollen die Teilnehmer E-Bikes testen und "zeigen, dass elektrische Fahrräder intelligent, schnell und zuverlässig sind - und jede Menge Spaß machen", so die Veranstalter. Elektrofahrräder seien die "ideale, saubere Mobilität für umwelt- und gesundheitsbewusste Menschen".

Ab 15 Uhr ist heute auch der ADFC-Kreisverband mit einem Stand auf dem Stadtwerke-Betriebsgelände präsent. Der Kreisvorsitzende des Fahrrad-Clubs, Sven Wagener, kann den Elektrofahrrädern, deren Technik immer ausgefeilter wird, viele positive Seiten abgewinnen: der Aktionsradius der Radfahrer werde erweitert, die körperliche Anstrengung reduziert, auch wenn man nach wie vor in die Pedalen treten muss. Und vor allem: Elektrofahrräder erleichtern Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht Fahrrad fahren können oder möchten, den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad.

Die E-Bikes, mit denen man bequem eine Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern erreicht, erforderten aber auch eine gewisse Infrastruktur, wenn sie sich durchsetzen sollten. Sven Wagener nennt zum Beispiel Radabstellanlagen - im öffentlichen und privaten Bereich.

"Die Elektrofahrräder sind zu schwer, um sie die Kellertreppe herunter und wieder hinaufzutragen", so Wagener. Auch müsste der Zustand der Radwege verbessert werden, wenn durch die E-Bikes das Radfahren schneller werde. "Und wenn durch die Elektrofahrräder die Mobilität erhöht wird und es insgesamt mehr Radverkehr gibt, müssen auch die Kommunen sich darauf einstellen und die Städte und Gemeinden durchlässiger für Radfahrer machen", erklärt Wagener.

Grundsätzlich steht der ADFC auf dem Standpunkt, dass das ausschließlich durch die eigene Muskelkraft betriebene Fahrradfahren dem Fahren mit E-Bikes aus gesundheitlichen, ökologischen und ökonomischen Gründen vorzuziehen ist.

So scheint auch (noch) die große Mehrheit der Burger Fahrradfahrer zu denken, denn E-Bikes haben, so ergab eine Nachfrage beim Burger Fahrradhändler Joachim Haase, gegenwärtig einen noch "nicht nennenswerten" Anteil an seinem Umsatz. Vielleicht liegt es auch daran, dass gute Elektrofahrräder 1500 Euro und mehr kosten. "Auf jeden Fall sollten die Leute erst einmal ihre Scheu überwinden und für eine Probefahrt auf ein Elektrofahrrad aufsteigen", wünscht sich Haase.

Dafür ist heute ab 15 Uhr an der Niegripper Chaussee die Gelegenheit: Es gibt eine Teststrecke für E-Bikes und einen Geschicklichkeitswettbewerb. Für die Kinder sind Hüpfburg und Karussell aufgebaut. Für Musik vom Show-Truck ist ebenfalls gesorgt.

"Wir wollen die E-Bike-Wave nicht nur unterstützen, sondern den Stopp der Elektro-Radler in Burg zum Anlass nehmen, ein sommerliches Volksfest für die Burger zu veranstalten, bei dem hoffentlich auch das Wetter mitspielt", so Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Alfred Kruse zur Volksstimme.