Die BBS in Burg hat gestern als Filmkulisse gedient. Hier war Drehstart für einen Kinofilm, in dem auch Schauspiel-größen wie Wotan Wilke Möhring und Hannelore Elsner mitspielen.

Burg l Geschäftiges Treiben herrscht an der Berufsbildenden Schule (BBS) in Burg. Neben den Schülern und Lehrern sind viele fremde Menschen im und um das Gebäude unterwegs. Durch riesige Scheinwerfer und Reflektoren wird der Innenhof in ein gleichmäßiges Licht getaucht. Auch wer nicht vom Fach ist, erkennt sofort: Hier wird ein Film gedreht.

Und so ist es gestern gewesen. Es war Drehstart für den Film "Besser als nix" unter der Regie von Ute Wieland. Dieser wird im nächsten Jahr in die deutschen Kinos kommen. Die Berliner Firma Neue Film Produktion GmbH (NFP) produziert das Ganze. Derzeit ist sie auch mit dem Film "Man tut, was man kann" im Kino. Die beiden Hauptrollen sind mit den vielversprechenden jungen Schauspielern Francois Goeske und Anna Fischer besetzt. Außerdem werden Wotan Wilke Möhring, Clemens Schick und sogar Hannelore Elsner Rollen besetzen (siehe Infokasten).

Die Hauptprotagonisten sind gestern ebenfalls in Burg gewesen. Um fünf Uhr morgens fing das Team vor Ort an, aufzubauen. Clemens Schaeffer ist Producer und erklärt die frühe Uhrzeit: "Wir haben später noch ein paar Außenszenen. Da es in dieser Jahreszeit schon früh dunkel wird, müssen wir eben auch früher anfangen. Wir müssen die Drehtage zeitlich gut nutzen."

So werden, noch bevor es richtig hell ist, bereits die ersten Innenaufnahmen gemacht. Dafür können trotz laufenden Schulbetriebs die Kellerräumen der BBS genutzt werden. Im Film stellen sie dann das Arbeitsamt dar, in dem Tom die Empfehlung für seine Ausbildung als Bestattungsfachkraft bekommt (siehe Infokasten). Doch nicht nur der Keller wird umfunktioniert. Das Schulbistro der BBS ist kurzerhand die Maske für die Komparsen. Auch der Schulhof ist etwas verändert. Jede Menge Kabelrollen führen über ihn bis auf die Straße. Hier stehen Lkw mit dem Equipment. Sonderparkzonen wurden für die Fahrzeuge des Drehteams in der Magdeburger Promanade eingerichtet. Hinter der BBS bei den Parkplätzen ist die "Basis". Das heißt soviel wie "hier gibts Kaffee und Essen". Schließlich will die Film-Truppe auch versorgt sein.

Clemens Schaeffer macht grad eine kleine Kaffeepause. Er ist Producer bei NFP. Auf die Frage, warum Burg als Drehort gewählt wurde, antwortet er: "Unsere Produktionsfirma bemüht sich möglichst häufig in Sachsen-Anhalt zu drehen." Diese Motivation sei entstanden, als die NFP 2002, den Film "Luther" drehte und dafür natürlich in Wittenberg und Umgebung vor Ort war. Dem Geschäftsführer und Produzent Alexander Thies hat Sachsen-Anhalt gut gefallen. "Weshalb wir auch eine Geschäftsstelle in Halle haben", führt Clemens Schaeffer aus, und wird unterbrochen.

Es gebe jetzt einen Szenenwechsel, dann gehe es gleich weiter. Pause vorbei. Zügig geht es wieder in den Innenhof. Hier steht Regisseurin Ute Wieland. Sie bespricht mit ihren beiden Hauptakteuren das nächste Vorgehen. Kameramann Peter Przybylski kommt ebenfalls dazu. Alle scheinen entspannt zu sein. Doch wer das Treiben länger beobachtet, merkt, dass jeder, egal ob vor oder hinter der Kamera konzentriert ist und einer Aufgabe nachgeht.

Im nächsten Moment trennt sich die Gruppe schon wieder. Die einen verschwinden in die Maske, die nächsten in die Kellerräume. Das Handy von Clemens Schaeffer klingelt. Eine letzte Frage kann er noch beantworten. Ist es das jetzt schon gewesen mit Burg als Drehort? "Nein, Ende Oktober kommen wir nochmal wieder her", sagt Clemens Schaeffer, bevor er grüßend die Hand hebt und Richtung Filmset verschwindet.

   

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