Die Kommunalpolitik wird sich erneut mit der Zukunft des Dannefelder Dorfgemeinschaftshaus befassen müssen. Es geht um die Bewirtschaftung des Hauses. Die Verwaltung hat für die Stadtratssitzung am 3. Februar vier Varianten aufgelistet.

Gardelegen/Dannefeld l Seit mehr als drei Jahren ist das Dannefelder Dorfgemeinschaftshaus im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Jetzt sieht es so aus, dass das Thema ein Ende findet. Welches, das wird abschließend der Stadtrat in seiner Sitzung am 3. Februar entscheiden.

Konkret geht es jetzt um die Bewirtschaftung des Hauses, die ursprünglich der Heimatverein Dannefelder Bauernfahne übernehmen sollte und wollte. Aufgrund seiner gemeinnützigen Tätigkeit könne der Verein allerdings nicht gewerblich tätig werden, wurde der Stadt mit einem Schreiben vom 23. Juli vorigen Jahres mitgeteilt. Die Vereinbarung sei vom Verein zum 31. Dezember 2013 gekündigt worden, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadt zum Thema Dannefelder Dorfgemeinschaftshaus.

Die Verwaltung schlägt vier Varianten zur "Verfahrensweise zur künftigen Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses Dannefeld" vor:

1. Die Bewirtschaftung erfolgt über die Stadt und wird so gehandhabt, wie es derzeit bei den anderen Dorfgemeinschaftshäusern auch der Fall ist.

2. Der Heimatverein Dannefelder Bauernfahne wird Besitzer des Dorfgemeinschaftshauses. Das Haus wird dem Verein übergeben, wie es im Stadtratsbeschluss vom 5. September 2011 festgelegt worden ist. Eigentümerin der Immobilie bleibt die Stadt.

3. Die Bewirtschaftung wird ausgeschrieben, so dass das Objekt über den Privatsektor genutzt und unterhalten wird.

4. Die Stadt veräußert das Dorfgemeinschaftshaus, da es für eigene kommunale Zwecke nicht benötigt wird.

"Es wäre die fairste Sache, wenn die Stadt das Haus so übernimmt und betreibt, wie andere Dorfgemeinschaftshäuser auch", reagierte darauf auf Anfrage Andreas Finger, Vorsitzender des Dannefelder Heimatvereines und CDU-Stadtrat.

"Da ist jede Woche was drin. Es funktioniert. Besser kann man es sich nicht wünschen."

Das sei auch eine Würdigung der Arbeit der vielen Dannefelder, die weit mehr als 1000 Arbeitsstunden in den Ausbau des einstigen Gemeindebüros zum Dorfgemeinschaftshaus investiert hätten. Denn nur durch die ehrenamtliche Arbeit der Dannefelder sei das Haus überhaupt erst entstanden, betonte Finger.

Dass das Haus für kommunale Zwecke nicht benötigt werde, wies Finger zurück. Die Auslastung des Hauses sei sehr gut. Kirchengemeinde, Frauengymnastik, Wahllokal, Familienfeiern, zählte Finger einige Beispiele auf. "Da ist jede Woche was drin. Es funktioniert. Besser kann man es sich nicht wünschen", so Finger. Allein in den vergangenen vier Monaten seit dem Tag der offenen Tür zum Abschluss der Bauarbeiten Ende August habe die Nutzung Mieteinnahmen von etwa 1400 Euro gebracht. "Wenn man das hochrechnet, könnten wir pro Jahr auf etwa 5000 Euro kommen. Damit könnte man fast den Betrieb finanzieren", meinte Finger.

Die Kündigung der Vereinbarung mit der Stadt zur Übernahme und Bewirtschaftung des Hauses durch den Heimatverein sei "vorsorglich erfolgt, falls es irgendwo Ärger" gebe. Grundsätzlich aber sei die Vereinbarung überhaupt nicht in Kraft getreten. "Die Vereinbarung sollte erst mit der Übernahme des Hauses gültig werden. Dazu kam es aber nicht, weil das Haus nicht übergeben wurde", so Finger weiter.

Dennoch kümmere sich der Verein nach wie vor um das Dorfgemeinschaftshaus, beispielsweise um die richtige Parkettpflege, um Ordnung und Sauberkeit.

"Nach einer Nutzung wird das von uns kontrolliert. Und wenn etwas zu Bruch geht, werden Rechnungen gestellt", so Finger. Wobei der Verein von dem Haus eigentlich gar nichts habe, denn das Dorfgemeinschaftshaus sei nicht das Vereinshaus der Dannefelder Bauernfahne, sondern ein Haus für alle. Unabhängig davon werde sich der Verein weiter einbringen, unter anderem mit Pflege- und Gestaltungsarbeiten im Bereich der Außenanlagen.

Was eine mögliche Privatisierung betrifft, so habe der Verein schon mehrfach Gespräche geführt, die bisher aber noch zu keinem Ergebnis geführt hätten. In dieser Angelegenheit werde der Verein weiter nach Lösungen suchen.

Das Dannefelder Dorfgemeinschaftshaus hat in der Vergangenheit für viel Diskussionsstoff gesorgt. Der Ausbau des Hauses begann im November 2010. Damals war die Gemeinde noch selbstständig. Zwei Monate später, mit Abschluss der Gebietsreform, ist Dannefeld seit dem 1. Januar 2011 ein Ortsteil von Gardelegen. Aufgrund einer drohenden Haushaltskonsolidierung kamen alle freiwilligen Aufgaben auf den Prüfstand, auch die Dorfgemeinschaftshäuser. Es folgte für das Dannefelder Haus ein Baustopp, verhängt von Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, der aus Kostengründen ein neues Dorfgemeinschaftshaus abgelehnt hatte.

Im September 2011 beschloss der Stadtrat den Weiterbau. Der Heimatverein hatte mit der Stadt die bereits erwähnte Vereinbarung abgeschlossen. Im März des vorigen Jahres wurde die Verwaltung mündlich, im Juli schriftlich in Kenntnis gesetzt, dass der Verein aufgrund seiner Gemeinnützigkeit nicht gewerblich tätig werden und so die Bewirtschaftung nicht übernehmen könne (wir berichteten).

Am 22. Januar tagt dazu der Finanzausschuss, am 29. Januar der Hauptausschuss und abschließend am 3. Februar der Stadtrat.