Für die Fertigstellung des Schmuckgiebels des Alten Hospitals werden noch 70000 Euro benötigt. Diese Ausgabe muss der Stadtrat während seiner nächsten Sitzung beschließen.

Gardelegen l Nachdem das Dach fertig war, hatten die Arbeiten an der Fassade des Schaugiebels begonnen. Das ist nun schon einige Monate her, seither ist das Baugerüst ein gewohntes Bild an diesem stadtbildprägenden Gebäude. Zeitweise mussten die Arbeiten unterbrochen werden, um die Standsicherheit des Giebels zu verbessern, zudem mussten restauratorische Untersuchungen vorgenommen werden. Dabei waren vermauerte historische Fensteröffnungen und Entlastungsbögen entdeckt worden (wir berichteten).

Die Sanierung des Schaugiebels ist Teil der Sicherungsarbeiten am Alten Hospital. Dafür hatte die Vereinigte Hospitalstiftung zu Gardelegen mit der Hansestadt Gardelegen einen Vertrag abgeschlossen, so dass eine hundertprozentige Förderung aus dem Programm Stadtumbau Ost möglich ist. Nach den Arbeiten am Dach waren die Arbeiten für den gesamten Giebel ausgeschrieben worden. Nach jetzigem Stand übersteigt der Kostenaufwand aber die zur Verfügung gestellten Mittel, heißt es in der Begründung zu einem Beschluss, mit dem sich ab Montag die Fachausschüsse und abschließend am 3. Februar der Stadtrat beschäftigen. In dem Beschluss geht es darum, 70000 Euro aus dem genannten Förderprogramm freizugeben, damit die Bauarbeiten am Schmuckgiebel fortgesetzt werden können.

Zurzeit laufen die Arbeiten am Giebeldreieck, die aber wegen der niedrigen Nachttemperaturen unterbrochen werden mussten. Denn die Sanierputze können nur bei durchgängigen Außentemperaturen von mindestens fünf Grad Celsius aufgetragen werden, informiert das Bauamt. Lässt es das Wetter zu, gehen die Arbeiten weiter. Wenn der Stadtrat der weiteren Ausgabe zustimmt, könnten ohne Unterbrechung gleich die noch notwendigen Arbeiten in Angriff genommen werden. Ein Vorteil: Das schon stehende Gerüst kann weiter genutzt werden. Eine Unterbrechung der Arbeiten hätte zur Folge, dass später ein neues Gerüst aufgestellt werden müsste, was Mehrkosten bedeuten würde.

Außerdem schlägt die Verwaltung vor, die schon jetzt am Hospitalgiebel tätige Fachfirma aus Quedlinburg mit den weiteren Arbeiten zu beauftragen, um weitere Verzögerungen zu vermeiden und um zu gewährleisten, dass "die handwerkliche Qualität über den gesamten Giebel gleichmäßig ausgeführt und auch die Gewährleistung von einer Firma zu erbringen ist", heißt es in der Vorlage.

Zu den anstehenden Arbeiten gehören der Austausch von Mauerziegeln in der Fassade, Putzarbeiten am Bekrönungsgesims, das Herstellen eines Dachanschlusses auf der Giebelrückseite sowie das abschnittsweise Entfernen des maroden Holzes in der Fachwerkwand und das Ausmauern der Fehlstellen unter Einbindung von Mauerankern. Vorgesehen sind außerdem Putzarbeiten an den Lisenen (Mauerblenden) und den Horizontalbändern, das Herstellen von fünf neuen Fensterluken sowie das Herstellen von vier neuen Holzfenstern. Erneuert wird der Sockelputz, zudem gibt es für die gesamte Fassade einen Anstrich. Wenn es möglich ist, sollen die beiden Schaltkästen - sie werden von vielen als störend vor dem historischen Gebäude empfunden - versetzt werden. Die Arbeiten erfolgen nach den Vorgaben des Restaurators und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz.