Gardelegen l Sie sorgen für Ärger, Frust und Ekel: Hundehaufen auf Gardelegens Straßen sind und bleiben ein ewiges, leidiges Thema. Und ein "heikles", wie Birgit Matthies, Sachgebietsleiterin im Gardeleger Ordnungsamt vor wenigen Tagen während des Pressegespräches im Büro von Bürgermeister Konrad Fuchs versichert.

"Wir werden wieder öfter mit Polizisten losgehen."

Offenbar nimmt das Problem aktuell so sehr Überhand, dass sich die Verwaltung besonders intensiv mit diesem Thema befasst.

Denn künftig soll es strenger zugehen auf Gardelegens Bürgersteigen: Und dabei soll den Ordnungsamtsmitarbeiterinnen auch die Polizei helfen: "Wir wollen öfter gemeinsam auf Streife gehen", informiert Matthies. Halter sollen einfach mehr Konsequenzen fürchten müssen. Denn wer seinen Hund auf öffentlichen Plätzen "machen" lässt, und das Ergebnis nicht beseitigt, riskiert ein Ordnungsgeld.

Das allerdings ist nicht so einfach durchzusetzen: Die Crux: Es gelingt einfach zu selten, die Sache zu beweisen. Denn man müsse den Vierbeiner in flagranti erwischen, den Akt also fotografieren oder mit einem Zeugen beobachten, und dann auch noch die Personalien von Herrchen oder Frauchen feststellen, erklärt Matthies weiter. Doch genau das soll nun vermehrt angegangen werden. Denn selbst den fleißigen Mitarbeitern des Vereins Adrome, die für die saubere Innenstadt sorgen, stinkt die Situation offenbar mittlerweile.

Aktiv werden will die Verwaltung aber auch in einer anderen Richtung. So soll es künftig illegalen Hunden ans Halsband, oder besser Herrchen an den Kragen gehen.

Ein Zufall? Gerade kürzlich war im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung klar geworden, dass die Hundesteuereinnahmen rückläufig sind. Kämmerer Maik Machalz korrigierte die geplante Einnahme aus der Hundesteuer um 8000 Euro auf 90000 Euro nach unten.

"Wir kontrollieren, wo ein illegaler Hund bellt."

Dass die Zahl der Hunde tatsächlich zurück ging, daran glaubt in der Behörde aber offenbar niemand. Und so soll künftig auch in den Ortsteilen kontrolliert werden, wo ein illegaler Hund "vom Hof bellt", so Matthies. Derzeit wird in Schenkenhorst ein Exempel statuiert. Der Tipp, mal genauer hinzuschauen, kam von Ortsbürgermeister Wolfgang Rebonè. Ist Schenkenhorst erledigt, soll die Kontrolle flächendeckend weitergehen, versichert Matthies.

Ob Hundehäufchen, Anlein- oder Meldepflicht. "Wir appellieren stets an die Vernunft der Halter", versichert sie. "Wir sind einfach auf deren Mithilfe angewiesen."

Nicht ganz zu Unrecht hören die Verwaltungsmitarbeiter aber auch häufig die Frage, was die Verwaltung eigentlich für die Hundehalter tut, die ihre Steuern zahlen. Und da müsste die Antwort wohl derzeit lauten: Nichts.

Das aber soll sich nun auch ändern: Erneut plant die Verwaltung eine Hundewiese, auf der Bello auch einmal frei laufen und spielen kann. "Und wir sind für Vorschläge aus der Bevölkerung wirklich dankbar", so Bürgermeister Konrad Fuchs, der sich eindeutig für ein solches Areal ausspricht.

Die Fläche, die gesucht wird, sollte nicht zu klein und möglichst von allen Hundebesitzern der Kernstadt zu Fuß zu erreichen sein. Sie muss zudem der Stadt gehören, denn zusätzliches Geld für Pacht oder Kauf soll nicht investiert werden.

Vorschläge oder Ideen nehmen die Mitarbeiter des Gardeleger Ordnungsamtes ab sofort entgegen.