Die Zukunft von drei historischen Gebäuden in der Innenstadt war Thema einer Zusammenkunft mit Vertretern der Oberen und Unteren Denkmalschutzbehörde. Konkret ging es um das Haus Käse-Walter, Sandstraße9 und das Trüstedtsche Haus. Für letzteres hat die Stadt wenig Hoffnung.

Gardelegen l Seit vielen Jahren steht es leer und ist dem Verfall preisgegeben: das Trüstedtsche Haus in der Innenstadt. Und das wird sich vermutlich auch nicht ändern. "Der Zustand ist nicht befriedigend. Wir als Stadt haben jedenfalls alles Mögliche getan", sagte Bürgermeister Konrad Fuchs im Hauptausschuss. Am Dienstag waren Vertreter der Oberen Denkmalschutzbehörde des Landes, der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises und des Kreis-Bauordnungsamtes vor Ort. Gemeinsam mit Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends und dem Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), Wolfgang Oelze, wurden drei Objekte in der Innenstadt besichtigt. Darunter war auch das Trüstedtsche Haus, das zu den wertvollsten Fachwerkgebäuden in Gardelegen gehört.

Nach dem Gespräch indes gebe es wenig Hoffnung für eine Sanierung, so Fuchs. In der derzeitigen Situation stelle das Gebäude eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Ein Zaun stünde zwar vor dem Gebäude. Dennoch bestehe Einsturzgefahr. Die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises habe auf Bestreben der Stadt den Eigentümer angeschrieben, entsprechende Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. "Die Frist ist abgelaufen. Passiert ist nichts. Ich gehe davon aus, dass der Kreis eine Ersatzvornahme anordnen wird. Wie die aussieht, entzieht sich aber meiner Kenntnis", sagte Fuchs.

Wobau plant Sanierung des Hauses Sandstraße 9

Die Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörde hätten sich das Gebäude angesehen. Quintessenz der Besichtigung: Alle Gebäude seien erhaltenswert, auch ein ebenfalls im Einsturz befindliches Gebäude auf dem Hof. Genau an diesem Gebäude scheiterte bisher eine Sanierung des Vorderhauses. Unter anderem wollte die Wobau das Haus übernehmen. Eine Sanierung sollte indes nur stattfinden, wenn das Hofgebäude abgerissen und Platz für anderweitige Nutzung, wie Grünfläche oder Wäscheplatz für die Mieter, geschaffen werden kann. Eine Sanierung des Hofgebäudes sei zudem aus wirtschaftlicher Sicht nicht zu vertreten (wir berichteten).

"Wir werden sehen, wie das weiter geht", so Fuchs. Die Stadt werde sich vorerst dort nicht mehr einbringen.

Ein weiteres Besichtigungsobjekt war das Gebäude Sandstraße 9. In den Hofgebäuden, vor allem in dem Verbinderbau zwischen Vorderhaus und einem hinteren Gebäude, hatte bis Oktober 2012 die Kreisvolkshochschule ihren Sitz. Das Vorderhaus, "ein schönes Einzeldenkmal", so Fuchs, gehöre der Wobau, die hinteren Gebäude der Stadt. "Unsere Absicht ist es, das Vorderhaus zu sanieren, denn es nimmt langsam Schaden", so Fuchs weiter. Das Dach sei undicht, Löcher in den Fußböden und eingefallene Decken, zählte Fuchs einige Schäden auf. Auch das hintere Gebäude auf dem Hof an der Milde soll für Wohnzwecke hergerichtet werden. Das Projekt könne indes nur realisiert werden, wenn der Verbinderbau abgerissen werden kann, um für künftige Mieter Platz im Freien zu schaffen. Bei dem Lokaltermin am Dienstag seien die Modalitäten für einen Abrissantrag besprochen worden. Der Antrag soll jetzt gestellt werden. "Wird der Abriss nicht genehmigt, dann werden wir diese Maßnahme auf Eis legen", stellte Fuchs klar.

Grundsätzlich sei die Sandstraße 9 Bestandteil des Investitionsplanes der Wobau für dieses Jahr. Besichtigt wurde zudem das Haus Käse-Walter an der Ernst-Thälmann-Straße (Bericht folgt.)