Die Mitglieder des Kalbenser Schulfördervereins blicken mit großer Sorge dem Spätherbst entgegen. Da nämlich endet die Bürgerarbeit im Schülercafé. Eine Nachfolgemaßnahme ist nicht in Sicht.

Kalbe l "Das Schülercafé ist unser größtes Projekt. Und es ist ein Segen für diese Schule." Das hat Gisela Horst, Vorsitzende des Fördervereins der Kalbenser Sekundarschule, während der Hauptversammlung am Donnerstagabend unterstrichen. Umso mehr bereite es ihr und ihren Mitstreitern Kopfzerbrechen, dass Bürgerarbeiterin Annett Lange, die das Café seit knapp zweieinhalb Jahren sehr gut betreue, nur noch bis November im Einsatz und eine Nachfolgemaßnahme nicht in Sicht sei.

Bundesfreiwilligendienst oder Privatanbieter keine Alternative

Der Schulförderverein beteiligt sich mit knapp zehn Euro pro Monat an den Kosten der Bürgerarbeit im Café. Dort werden die Schüler in den Pausen mit belegten Brötchen, Obst und Getränken versorgt. Das Café künftig von einem privaten Anbieter betreuen zu lassen, komme laut Gisela Horst kaum in Frage. "Dann können sich die Schüler ihre Brötchen nicht mehr leisten", befürchtet sie.

Die Vereinsvorsitzende hatte sich wegen einer Nachfolgemaßnahme schon vor längerer Zeit bei den entsprechenden Stellen kundig gemacht. Indes: Für das Schülercafé lasse sich wohl kaum eine adäquate Lösung finden. "Wir hätten Frau Lange gern behalten", so Horst. Doch sei sie noch keine 50 Jahre alt und könne deshalb nicht ins Förderprogramm "50 plus" integriert werden. Nur darüber seien künftig gleichwertige Maßnahmen zu erwarten.

Dem Vorschlag, für das Schülercafé eine Stelle im Zuge des Bundesfreiwilligendienstes zu schaffen, könne leider aus Kostengründen auch nicht gefolgt werden. "Die Beiträge, die wir dafür monatlich zu erbringen hätten, könnten wir uns als Verein nicht leisten", so die Vorsitzende weiter.

Optimistischer sieht sie hingegen den Antrag auf eine andere Maßnahme. In ihrem Zuge sollen künftig die Kinder der Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge, die in Kalbe untergebracht worden sind, schulisch begleitet werden (die Volksstimme berichtete). "Das kann die Schule nicht allein stemmen, wie uns auch unsere Erfahrungen mit einem polnischen Jungen gezeigt haben. Aber uns wurde gesagt, dass wir uns noch ein wenig gedulden müssen", erklärte Gisela Horst. Eigentlich hätte die Maßnahme im Zuge des Förderprogramms "50 plus" bereits zum 1. April beginnen sollen.

Die Vorsitzende ging in ihrem Rechenschaftsbericht aber auch noch auf weitere Aktionen des Vereins ein und hob dabei vor allem die Obsttage hervor. Sie finden viermal im Jahr in der Sekundarschule statt, wobei die Bürgerarbeiterin im Schülercafé die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Ablauf trägt. "Und das Obst wird ausschließlich aus Spenden finanziert", wie Gisela Horst betonte. Sie selbst spreche dafür immer wieder die Chefs ortsansässiger Betriebe an und stoße bei ihnen nicht auf Ablehnung. Im Gegenteil. "In diesem Zusammenhang möchten wir unseren Sponsoren wirklich ein großes Dankeschön aussprechen", betonte Horst während der Jahreshauptversammlung.

Sie erinnerte daran, dass der Förderverein im vergangenen Jahr unter anderem 550 Euro für neue Lernprogramme in der Sekundarschule sowie Farbe für das Malern von Klassenräumen bereitgestellt habe. Zudem habe er dem Künstlerstadt-Verein 100 Euro übergeben, damit dieser ein Gutachten zur Nutzung des Theatersaales erstellen lassen könne. Denn den würde später auch gern das Mandolinen- und Gitarrenorchester für seine Zwecke nutzen. Und das unterstehe ja dem Schulförderverein, so Horst.