Die Räume füllen sich und Mitte April werden die Besucher sie erkunden dürfen. Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit steht das zweite Obergeschoss des Jagdschlosses kurz vor der offiziellen Eröffnung. Dabei werden auch neue Ausstellungsstücke zu sehen sein.

Letzlingen l Vor fast genau einem Jahr konnten Besucher das erste Mal durch die leeren Zimmer im sanierten zweiten Obergeschoss des Letzlinger Jagdschlosses wandeln, noch vor Ostern werden die Ausstellungsräume bestückt sein und offiziell eingeweiht. Seit Dienstag bereiten Historikerin Dr. Katrin Tille, Museologin Andrea Maleka, Restaurator Hartmut Meier und Schlossverwalterin Gisela Baldauf die Räume vor.

Rund 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche

Im Obergeschoss, das mit den sechs Räumen rund 200 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche bietet, wird künftig die Zeit des Schlosses ab 1861 beleuchtet. "Themen sind die Jagd in der Kaiserzeit, das Schloss im Nationalsozialismus, die freie Schul- und Werkgemeinschaft und die Zeit als Krankenhaus", so Katrin Tille. Dabei gibt es auch ganz neue Ausstellungsstücke, wie etwa das Gitterbett aus der Krankenhauszeit und medizinisches Kleingerät. Die Objekte stellte der Letzlinger Heimatverein als Leihgaben zur Verfügung. Bis zu 65 Betten waren zeitweise auf drei Stationen im Hauptgebäude aufgestellt, bis 1963 zum Einbau des Fahrstuhles im Verbindergebäude mussten alle Patienten über die Wendeltreppe die oberen Etagen erreichen - so wie es die Besucher in vier Wochen können.

Auch zahlreiche Grafiken und Fotos waren bisher in den zwei Räumen im unteren Geschoss nicht zu sehen. Hinzu kommen moderne, lesefreundliche und feuerfeste Textilbanner, auf denen Besucher die historischen Fakten nachlesen können. Die Räume erstrahlen dabei in sieben unterschiedlichen Grüntönen, die alle den Originalfarben von 1900 nachempfunden sind. Tille sagte, dass die gesamte Nutzung des Jagdschlosses "ein großes Glück war, denn was nicht genutzt wird, ist verloren".

Nicht nur die Originalfarben an den Wänden sind wieder da, auch der Fußboden ist so gestaltet wie früher. Der Holzfußboden ist gekalkt. Gisela Baldauf ist begeistert vom sanierten Geschoss, auch, "weil es einen ganz anderen Charakter hat". Es sei zwar nicht so groß, aber die Räumen seien höher, dazu die Balkendecken. Sie sei sehr froh, dass die Etage nun saniert sei, betonte Baldauf. Rund 200 000 Euro haben die Restaurationsarbeiten insgesamt gekostet.