Die Geschichte der Kalbenser Feuerwehr, die im Mai 125-jähriges Bestehen feiert, muss nicht neu geschrieben werden - auch wenn jetzt eine Urkunde aufgetaucht ist, die belegt, dass schon 1728 die erste Feuerspritze angeschafft worden ist.

Kalbe l "Die Urkunde war bekannt, aber sie war in der Versenkung verschwunden", sagt Henning Krüger. Der Hobbyhistoriker hat bei seinen Recherchen im Landeshauptarchiv Potsdam einen Beleg dafür gefunden, dass Kalbe bereits 1728 die erste Feuerspritze erhielt. Und diesen hat er nun in Kopie an Renate Pauls übergeben. Denn die Brandmeisterin kümmert sich nach wie vor um das Kalbenser Feuerwehrmuseum, das sie nach der Jahrtausendwende in liebevoller Kleinarbeit aufgebaut hat. Dort soll die Urkundenkopie nun einen Ehrenplatz erhalten.

Die Geschichte der Kalbenser Wehr muss dennoch nicht neu geschrieben werden, wie Pauls und Krüger unisono betonen. Denn als geschlossene Formation existiere die Truppe nun einmal erst seit ihrer Gründung am 18. Januar 1889. Das heißt: Das 125-jährige Bestehen, das vom 23. bis zum 25. Mai 2014 gefeiert werden soll, kann wie geplant stattfinden.

Dennoch findet nicht nur Renate Pauls die neueste Entdeckung von Henning Krüger äußerst interessant. Dieser erforscht seit vielen Jahren die Geschichte seiner Heimatstadt Kalbe und stellt der Öffentlichkeit seine umfangreichen Erkenntnisse auf der Internetseite www.kalbe-milde.de zur Verfügung.

Dort ist auch viel über das Kalbenser Brauereiwesen zu erfahren. Um weitere Infos darüber zu erhalten, hatte sich der Hobbyhistoriker vor einiger Zeit im Landeshauptarchiv Potsdam angemeldet. Denn ihm war bekannt geworden, dass dort auch die Unterlagen der Kriegs- und Domänenkasse Stendal - eine Art Steuerbehörde, die im 18. Jahrhundert im Auftrag des preußischen Königs gewirkt hatte - lagern sollen. Und Henning Krüger würde fündig, konnte seinen ohnehin schon reichen Wissensschatz abermals erweitern und stieß eben dabei auch auf den besagten Beleg.

Aus diesem geht allerdings hervor, dass der Preußenkönig lediglich einen Zuschuss aus der sogenannten Accise-Kasse für die erste Kalbenser Feuerspritze gewährt hatte. Weiteres Geld war nämlich von der Familie von Alvensleben gekommen, die die Gerichtsobrigkeit über den sogenannten Flecken Calbe/Milde inne und die erkannt hatte, dass dort dringend eine Feuerspritze nötig war.