Landesmittel von gut vier Millionen Euro erhält Gutsbesitzer Hasso von Blücher und damit ein privater Investor für den Bau eines Hotels auf dem Gut in Zichtau. Für Sprecher Magnus Staehler "eine Premiere und ausdrücklich Bestätigung in dem, was wir tun".

Zichtau l Er ist eher kein emotionaler Mensch, Hasso von Blücher, Besitzer des Gutes in Zichtau und als solcher ein großer Förderer der Region. Er ist zudem auch kein Mann der vielen Worte. Magnus Staehler, Projektleiter der Stiftung Altmark auf Gut Zichtau und von Blüchers Sprecher, weiß deshalb genau, welche Bedeutung das Lob seines Chefs hat, als er gestern Morgen die Nachricht über die Übergabe eines millionenschweren Fördermittelbescheides mit "gut gemacht" kommentierte.

Denn am Sonnabend hatte Staehler den Landesbescheid offiziell aus den Händen von Wirtschafts-Staatssekretärin Tamara Zieschang entgegengenommen (wir berichteten). Informiert war er darüber schon im Vorfeld. Dennoch "ist das natürlich eine hervorragende Nachricht", machte Staehler gestern klar. Denn immerhin stellt das Land den "Betrag in außergewöhnlicher Höhe" einem privaten Investor zur Verfügung.

Der allerdings hatte in den vergangenen Jahren bereits mehr als deutlich gezeigt, wie ernst es ihm in Zichtau ist. In den einstigen Gutshof seiner Großeltern, der während der DDR-Zeit immer mehr verkam, steckte von Blücher Millionenbeträge, ließ den einstigen Rinderstall sanieren, ließ Orangerie und Kornspeicher wieder aufbauen, den Hof befestigen, den Park pflegen und 2012 schließlich das Gutshaus abreißen und machte aus dem Gut einen "Ort der Begegnung und Kultur", von dem die ganze Region profitiert, wie Staehler gestern erinnerte.

So hat sich in Zichtau nicht nur die Stiftung Altmark, sondern auch die Gartenakademie Sachsen-Anhalt oder auch die Zichtau blüht GmbH erfolgreich etabliert. Das Gut bietet zudem privaten Nutzern ein wunderschönes Ambiente, zum Beispiel für Feiern. Sowohl Orangerie als auch Kornspeicher oder Rinderstall wurden in den vergangenen Jahren zur ersten Adresse für Kunst und Kultur, Gartenbau oder Gesundheitsprojekte.

Und all das sei längst schon überregional bekannt, versicherte Staehler. Mit dem Hotelbau solle die Werbung für die "Altmark, die wir lieben", nun noch viele neue Impulse bekommen. "Aber natürlich werden wir auch immer mehr zum Ansprechpartner für viele Projekte der Region". Auch für sie gibt es vom Gut nämlich häufig unkonventionelle Hilfe.

Und das bislang ohne jede finanzielle Unterstützung von Land oder EU. "Wir halten es da eher mit Kennedy und machen erstmal selbst", so Staehler schmunzelnd (der US-Präsident John F. Kennedy hatte in seiner Antrittsrede 1961 gesagt: "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, fragt, was ihr für euer Land tun könnt!"). Wie groß die Gesamtinvestition für den Hotelbau genau ausfallen wird, könne derzeit allerdings noch nicht beziffert werden, aber ganz sicher wird es eine zweistellige Millionensumme werden, sagte Staehler.

"Wir werden versuchen, auch Wirtschaftsförderer zu sein."

Wenn die Ausschreibungen beginnen, soll aber ebenfalls die Region profitieren, versicherte er: "Wir werden auf jeden Fall versuchen, auch ein Stück Wirtschaftsförderer zu sein." Firmen vor Ort sollen die Möglichkeit erhalten, Angebote einzureichen. Allerdings sei der Hotelbau ein großes Projekt, "da entscheidet natürlich der Markt." Dennoch sei er optimistisch, dass es viele Aufträge auch für regionale Handwerker geben wird. "Das haben wir bislang immer so gehalten.", so Staehler.

Ganz sicher werden auch etliche der geplanten 28 Arbeitsstellen im Grün- oder Gastronomiebereich mit Bewerbern aus der Altmark besetzt werden. "All das benötigt aber natürlich noch ein Stück weit Vorbereitung."

Für die Küche, speziell die Köche, gibt es aber offensichtlich schon etwas konkretere Pläne. "Da werden wir uns auch international umsehen", versicherte Staehler und kam fast ein bisschen ins Schwärmen. Denn das Hotel wird mit einer gehobenen Gastronomie aufwarten und mit regionalen Produkten punkten. "Wir haben unser eigenes Wildbret, unsere eigenen Rinder, frisches Gemüse und die Kräuter aus dem Gutsgarten, und außerdem ist der Kuchen aus der Zichtauer Ecke einfach zu lecker", erinnerte er und augenzwinkernd weiter: "Wir könnten ja sogar unseren eigenen Mojito-Cocktail anbieten. Schließlich haben wir genügend Pfefferminze angepflanzt."

Wann der erste Zichtauer Mojito serviert wird, darauf will sich Staehler dann aber doch noch nicht festlegen. Aktuell befindet sich das Projekt schließlich noch in der Planungsphase.