Im Mai wählen die Kameraden der Letzlinger Feuerwehr eine neue Wehrleitung. Wie bei der Jahreshauptversammlung am Freitag bekannt gegeben wurde, steht Wehrleiter Klaus Girmann weder für das Amt des Wehrleiters noch für das des Stellvertreters zur Verfügung. Auch Jugendwart Janet Pape möchte ihre Tätigkeit nicht fortsetzen.

Letzlingen. Die Kameraden, die am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung gekommen waren, schienen nicht überrascht, als Wehrleiter Klaus Girmann am Ende seiner Berichtes ankündigte, dass die Wehrleitung nach sechs Jahren im Mai neugewählt werde und Girmann sagte, "für beide Ämter stehe nicht zur Verfügung". Während der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr hatte Girmann bereits mit einem Rücktritt gedroht. Mangelnde Dienstbereitschaft der Kameraden war damals einer der Gründe. "Wenn dieser Trend anhält, ist die Freiwillige Feuerwehr Letzlingen bald nicht mehr einsatzbereit", hatte Girmann damals erklärt und bekannt gegeben, die Wehr unter diesen Bedingungen nicht mehr führen zu wollen.

"Es hat sich nicht verschlechtert, aber es ist auch nicht besser geworden"

Bis nach der Sommerpause 2010 wollte sich Girmann anschauen, ob sich etwas verbessert. Am Freitagabend zog er Bilanz: "Es hat sich nicht verschlechtert, aber es ist auch nicht besser geworden." Konkrete Gründe nannte Girmann für seinen Rücktritt aber nicht. Immerhin hätten drei Kameraden die notwendige Qualifikation des Gruppenführers, um die Wehrleitung zu übernehmen. Aber nicht nur ein Wehrleiter muss im Mai neu gewählt werden. Der stellvertretende Wehrleiter, Hans-Jürgen Heiland, hatte sein Amt bereits im Verlauf des Jahres niedergelegt. Begründung laut Girmann: Mangelnde Kommunikation mit dem Wehrleiter und schlechte Gestaltung der Dienstabende. Die Position des Stellvertreters wird derzeit kommissarisch von Sven Möller besetzt. Neu gewählt wird im Mai zudem ein Jugendwart. Denn Janet Pape gab nach ihrem Bericht bekannt, dass sie das Amt nicht weiterführen werde. Sie nannte private Gründe für ihre Entscheidung und betonte, dass ihr Rücktritt nichts mit den Kindern der Jugendwehr zu tun habe.

Girmann konnte in seinem Bericht "alles in allem feststellen, dass die an uns gestellten Aufgaben erfüllt werden konnten, wenngleich ein Mehraufwand einzelner Kameraden notwendig war". Zum Jahresende gehörten der Wehr 46 Kameraden an – 20 Kameraden im aktiven Dienst, 18 in der Alters- und Ehrenabteilung sowie acht passive Mitglieder. Hinzu kommen die zwölf Mitglieder der Jugendwehr. Girmann sprach von einer konstanten Mitgliederzahl. Allerdings gelte es, die Zahl der Aktiven zu halten und nach Möglichkeit wieder zu steigern. "Deshalb sage ich, kommt zur Feuerwehr", so Girmann.

<6>Hinsichtlich der Dienst-abende sagte Girmann, gegenüber dem Jahr 2009 habe es hinsichtlich der Übungsabende mit 886 Stunden keine Veränderungen gegeben. Bei den sonstigen Stunden fehlen aber mehr als 500. Girmanns Aufruf: "Also rafft euch wieder auf und kommt an den Dienst-abenden ins Gerätehaus und beschäftigt euch mit dem, was zu euren Aufgaben gehört."

Die Letzlinger Wehr ist im Jahr 2010 zu 26 Einsätzen gerufen worden, darunter Brandeinsätze, Ölspurbeseitigungen, technische Hilfeleistungen Sturmschäden und Verkehrsunfälle, einer davon mit Todesfolge. "Der heftigste Einsatz war wohl der Verkehrsunfall auf der B 71 zwischen Gardelegen und Letzlingen und die Nacht zum 24. Dezember", sagte Girmann. Acht Mal war die Wehr in dieser Nacht alarmiert worden. Erst am 24. Dezember gegen 12 Uhr konnten die Kameraden wieder nach Hause gehen. Allen Beteiligten an den beiden Einsätzen gelte Girmanns besonderer Dank.

Der Wehrleiter dankte auch allen Sponsoren und Unterstützern der Feuerwehr sowie der Gemeinde Letzlingen, "die uns bei allem Notwendigen unterstützte". Bürgermeisterin Regina Lessing, sonst stets Gast bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr, habe die Teilnahme daran mit der Begründung abgesagt, dass ihr der Brandschutz seit dem 1. Januar aufgrund der Gebietsreform nicht mehr unterstellt sei.

"Rafft euch wieder auf und kommt an den Dienstabenden ins Gerätehaus"

Lobenswert war für Girmann der hohe Beitrag der Feuerwehr zum kulturellen Leben in Letzlingen. Das soll sich auch im Jahr 2011 fortsetzen. Trotz seines Rücktritts als Wehrleiter, sagte Girmann, werde er der Wehr nach wie vor zur Verfügung stehen.

Am 19. Februar ist zunächst der Kameradschaftsabend geplant, zu dem auch die Partner der Kameraden eingeladen sind, die auf sie verzichten müssen, wann immer die Feuerwehrleute ihren Dienst tun. Außerdem wird es wieder eine Frauentagsfeier geben sowie traditionell zwei Fackelumzüge, die die Feuerwehr in jedem Jahr für die Einwohner aus Letzlingen organisiert.

   

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