Gardelegen (iwi) l Weil sie mit 2,02 Promille mit dem Rad unterwegs war und die Glasscheiben der Tür eines Wohnblocks an der Otto-Nuschke-Straße eingetreten hatte, musste sich eine 20 Jahre alte Gardelegerin vor Jugendrichter Axel Bormann verantworten. Für Bormann war die junge Frau keine Unbekannte, erst vor wenigen Wochen saß sie wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank. Immer war Alkohol im Spiel.

Die Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad ereignete sich am 8. Februar. Was genau sie getrunken habe, wisse sie nicht mehr. Bormann: "2,02 Promille sagte der Tachometer der Alkoholisierung, Mädchen, Mädchen." In Schlangenlinien war die Gardelegerin auf der Bahnhofstraße gefahren. Außerdem zertrat sie in dieser Nacht die Glasscheibe der Tür eines Wohnblocks im Schlüsselkorb. "Was hat Ihnen die Tür denn getan?", fragte der Richter kopfschüttelnd. "Ich hatte Wut", entgegnete die Angeklagte. Ihr Bekannter, der hinter der Tür gestanden habe, habe sie und ihre Tochter beleidigt. Deswegen sei sie ausgerastet.

Sie sei jedoch jetzt trocken und trinke nichts mehr. Wegen Beleidigung, Erschleichung von Leistungen, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz stand die junge Frau, die große gesundheitliche Probleme hat, in den vergangenen Jahren immer wieder vor Gericht. Die Aussage von ihr, dass die Vorfälle im Februar die letzten Taten gewesen seien, ließ Bormann ins Protokoll aufnehmen. Er stellte das Verfahren unter der Bedingung vorläufig ein, dass ein Täter-Opfer-Ausgleich erfolgen solle. Den Schaden an der Wohnungstür in Höhe von 350 Euro will die Angeklagte in Raten an die Wobau abbezahlen, kündigte sie an.