Im Rahmen der vom Land finanzierten Existenzgründeroffensive ego.-on tour wurden gestern aus Gymnasiasten Aktionäre und Unternehmer. Studenten der Hochschule Harz luden sie zum Spielen ein und dabei ging es um höhere Beträge.

Gardelegen l Nein, es sind keine Reagenzgläschen, da auf den Tischen im Unterrichtsraum. "Und es sind auch keine Schnäpse drin", versichert BWL-Student Torben Sablotny augenzwinkernd. Die kleinen Röhrchen gehören zum Planspiel "Easy business". Mit dem gibt der 24-Jährige zwölf Schülern des Wirtschaftskurses der elften Klasse gestern einen "echt lässigen Crashkurs in Betriebswirtschaft." Die andere Hälfte des Kurses sitzt im Nebenraum und wirft ebenso mit großen Zahlen und wichtigen Begriffen um sich. Wer mittendrin dazukommt, staunt jedenfalls nicht schlecht. Da geht es mal eben um Kredite in Millionenhöhe, um Aufträge in ähnlichen Größenordnungen, um Bankguthaben, Abschreibungen, um Fremd- und Eigenkapital und um dessen Verzinsung.

Jeweils zu viert bekommen die Schüler ihre eigene Firma, eine Aktiengesellschaft. Und die soll natürlich möglichst profitabel sein.

Damit die Schüler ein Gefühl dafür bekommen, was unternehmerisches Handeln bedeutet, läuft im ersten Planjahr aber offensichtlich nicht alles glatt. "Das wird im zweiten Jahr besser", verspricht Torben Sablotny, bevor er seine "Aktionäre" erstmal in die Pause schickt. Fast sieht es so aus, als wollen sie ihre Firma nicht verlassen. Doch Wirtschaftslehrerin Gudrun Wiegmann schickt sie konsequent an die frische Luft: "Ich pass auch auf, dass euch keiner eure Gewinne wegnimmt."

Ansonsten schaut sie gestern ihren Schülern und den beiden BWL-Studenten nur mal beim Spielen über die Schulter. Das Angebot der Hochschule Harz, das Businessspiel ihren Schülern vorzustellen, habe ihr gut gefallen, sagt Wiegmann. "Es passte auch gut zum Unterrichtsstoff", der sich derzeit gerade mit Unternehmensgründungen befasst.

Und auch den Elftklässlern gefällt dieser besondere Unterricht offensichtlich. Das liegt aber sicher auch daran, dass ihr "Unternehmensberater" Torben nur wenig älter ist als sie selbst und ganz offensichtlich auch wirklich begeistert ist von seiner Studienrichtung BWL.

Der wiederum garantiert, dass sein fünfstündiger Kurs gestern mehr ist als nur Spielerei: "Von dem, was die Schüler hier machen, bleibt jede Menge hängen", sagt er. "Das Spiel ist nämlich wirklich genial."

Finanziert wird das Projekt der Hochschule Harz übrigens komplett durch das Land. Und Sablotny weiß auch, warum: "Auch das Land profitiert schließlich von erfolgreichen Unternehmern." Dass sie auf ihre Gewinne Steuern zahlen müssen, hat er den Gymnasiasten nämlich gleich zu Beginn erklärt.