Der Abschlussjahrgang 2014 der Gardeleger Karl-Marx-Schule hat am Freitagabend seine Zeugnisse bekommen. Er ist damit der erste Jahrgang, der in der neuen Sekundarschule verabschiedet wurde.

Gardelegen l Die Sehnsucht nach der alten Schule ist nicht sehr groß, aber zumindest am Freitag haben sich viele etwas zurückgewünscht: die Aula. "Es fehlen liebgewonnene Dinge", sagte Schulleiter Horst-Dieter Radtke, während er die Absolventen, deren Eltern, Großeltern und weitere Gäste im Mehrzweckraum der neuen Schule begrüßte. Dort hielten trotz hoher Temperaturen alle aus, auch die, die stehen oder ihren Stuhl ins Foyer stellen mussten, um von dort aus die Zeugnisübergabe verfolgen zu können.

"Der Tag des Abschieds aus der Kindheit und der frühen Jugendzeit ist gekommen", stellte Schulleiter Radtke am Beginn seiner sehr schönen Rede fest. Einer Rede, deren roter Faden die Fußball-WM war, die die Absolventen während ihrer gesamten Prüfungszeit begleitet hat. "Ihr habt eurer Tor geschossen, habt umgesetzt, was euch die Betreuer, Eltern und Lehrer, aufgetragen haben", attestierte Radtke den 57 jungen Frauen und Männern, die an diesem Abend ihre Abschlusszeugnisse bekamen. Nicht jeder habe dabei direkt aufs Tor schießen können, einige mussten in die Verlängerung. "2008 begann euer Training in unserem Trainingslager. Jahr für Jahr musstet ihr euch für die nächste Runde qualifizieren", blickte der Schulleiter zurück. Auch wenn die Vorrunden nicht für jeden glücklich gelaufen seien, "am Ende habt ihr das Finale erreicht".

Im Spiel des Lebens sei es wichtig, "nicht im Abseits zu stehen", sagte Horst-Dieter Radtke und nahm den Absolventen das Versprechen ab, sich "auch künftig von niemandem ins Abseits drängen zu lassen". Er mahnte Teamgeist an, "denn Fouls haben auf dem Spielfeld des Lebens nichts zu suchen". Jetzt heiße es: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Ob nun bei der Berufsausbildung, am Fachgymnasium oder beim weiteren Schulbesuch, "denkt daran, dass das Leben kein Spiel ist, zumindest kein Glücksspiel", gab der Schulleiter den jungen Leuten mit auf den Weg.

Die Abschlussklassen hatten ihren Abschied unter das Motto "2014 - ein hervorragender Jahrgang" gestellt. Und ein besonderer, sagte Horst-Dieter Radtke. Denn der Jahrgang ist der erste, der in der neuen Schule verabschiedet wird. Er ist auch der erste, der sich mit einem Tanzkurs auf den Abschlussball vorbereitet hat. "Und es ist der Jahrgang, in dem Deutschland zum vierten Mal Weltmeister wird", zeigte er sich optimistisch.

Förderverein belohnte die Jahrgangsbesten

Nach der Rede gab es die Zeugnisse. Zwölf Schüler erreichten den Hauptschulabschluss, acht von ihnen den qualifizierten, der zum Besuch der zehnten Sekundarschulklasse berechtigt. Das Besondere: Die komplette Klasse 9d mit acht Schülern war 2013 von der Rosa-Luxemburg-Förderschule an die Karl-Marx-Schule gewechselt. Sechs der acht Schüler erreichten den qualifizierten Hauptschulabschluss.

In den beiden zehnten Klassen können sich 25 Schüler über den Realschulabschluss freuen, 18 über den erweiterten Realschulabschluss, der zum Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt, einmal wurde der Hauptschulabschluss vergeben. Wie in den Vorjahren belohnte der Förderverein der Karl-Marx-Schule die Besten mit einem kleinen Geschenk. Der Fördervereinsvorsitzende übergab die Präsente an Anna Lea Bicknäse und Toni Suttner (beide 10a), Fabian Arnold (10b) und Michael Gras (9d).

Im Namen der Schüler sprachen Vanessa Cieslicki und Jonas Kohlstedt einige Dankesworte. Sie verglichen sich nicht mit Fußballern, sondern mit Radfahrern bei der Tour de France. Nach ersten ruhigen Etappen seien anspruchsvolle Bergetappen gefolgt, bis alle "ihr persönliches Paris" erreicht haben.

Nach der feierlichen Zeugnisübergabe, die der Schulchor unter Leitung von Nando Lierath, die Theater-AG "Quasselstrippen" unter Leitung von Renate Bedranowsky und die Gitarrengruppe der Musikschule unter Leitung von Jürgen Genz mitgestalteten, feierten die Absolventen mit Eltern, Geschwistern und weiteren Gästen im Schützenhaus. Und in wenigen Tagen oder Wochen wird die nächste Runde im Lebensspiel angepfiffen.

   

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