Gardelegen (iwi/ako) l Vor einer Woche endete die Idylle der Schwanenfamilie mit fünf Jungen am Gardeleger Stadtgraben. Nun haben immerhin drei Jungschwäne ein neues Domizil auf einem eingezäunten Teich bei der Lebenshilfe gefunden.

Laut Ingeborg Köhn hatte ein Jungschwan die Kollision mit einem Fahrrad auf dem Wall am 12. Juli nicht überlebt. Zwei Tage später seien "aus nicht erklärbaren Gründen plötzlich beide Eltern geflüchtet", berichtete Köhn. Sie vermutet, dass der lautstarke Jubel zu mitternächtlicher Stunde nach dem deutschen WM-Sieg die Ursache für die Flucht sei: "Die lassen doch sonst ihre Kleinen nicht im Stich", so die Gardelegerin.

Während die vier Jungen dann zunächst noch alleine am und im Stadtgraben unterwegs waren, war tags darauf ein weiteres Jungtier tot. Das war für Köhn Anlass zu handeln. Die drei verbliebenen Jungschwäne wurden eingefangen und kamen zur Lebenshilfe, wo sie an einem eingezäunten Teich versorgt werden, bis sie groß genug sind. Köhn: "Die sind doch gegenüber Tieren und anderen Gefahren ohne ihre Eltern noch gar nicht wehrfähig."

Inzwischen haben sich die drei Jungschwäne gut eingelebt. "Sie sorgen schön für Abwechslung. In den Pausen sind sie die Stars", erzählte Gruppenleiterin Kerstin Heye. "Den Rasen halten sie kurz, im Teich fühlen sie sich wohl, und dass sie von uns gefüttert werden, haben sie schnell gemerkt", erzählte sie weiter. Einziger Minuspunkt: Den drei tierischen Gästen schmecken auch die Blumen. "Aber das Opfer bringen wir gern", sagte Heye schmunzelnd, "und einer von ihnen beansprucht hier schon sein Revier." Kaum ausgesprochen ist von dem Größten der drei das markante Zischen aus dem vorgereckten Schnabel zu hören. Sogar über Namen für ihre Schützlinge haben sich die Mitarbeiter der Lebenshilfe Gedanken gemacht. "Na, Donald, Daisy und Emma wären doch sehr schön und passend", sagte Annemarie Grupe.