Großer Bahnhof für den Kalbenser Tourismusverein: Zur heutigen Feier seines 20-jährigen Bestehens haben sich zahlreiche Gäste, darunter auch Landrat Michael Ziche, angekündigt. Drei der Gründungsmitglieder blickten aus dem feierlichen Anlass auf die Vereinsgeschichte zurück.

Kalbe l Tourismus, was ist das und wie lässt es sich umsetzen? Mit dieser Frage sahen sich einige Kalbenser Anfang der 1990er in jenem Städtchen konfrontiert, das sich plötzlich anschickte, Kurort zu werden. "Wir haben bis dahin nicht gewusst, wie man das macht und mussten uns alles selbst beibringen", erinnern sich Elisabeth Ozminski und Sigrid Gassel an die aufregenden Zeiten.

Die beiden Frauen, die dann auch die Tourist-Info aufbauten, gehören ebenso zu den Gründungsmitgliedern des Tourismusvereins Kalbe wie der damalige Bürgermeister und langjährige Vorsitzende Helmut Bender. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens haben sie nun gemeinsam auf die Vereinsgeschichte zurückgeblickt. Und eines ist dabei sehr deutlich geworden: Es ist viel erreicht, aber längst noch nicht alles geschafft.

Marketing: So heißt das Zauberwort, das damals aber kaum jemand kannte. Dennoch ging es auch schon 1994 darum, Ideen zu entwickeln, wie Gäste in die Region gelockt und dort infrastrukturell gut bedient werden könnten. Dazu fanden sich nicht nur Kommunapolitiker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung zusammen, sondern auch und vor allem Bettenanbieter, Gastronomen und andere, die Interesse daran hatten, dass sich der Tourismus in Kalbe und Umgebung entwickelt. Am 31. Januar 1994 wurde dann der Verein gegründet. Dass sein Jubiläum erst heute gefeiert wird, hat organisatorische Gründe. Zu der Veranstaltung, die um 18 Uhr im Eiscafé "Piccolo" beginnt, werden unter anderem Bürgermeister Karsten Ruth und Landrat Michael Ziche erwartet - und natürlich die rund 40 Mitglieder, die der Verein aktuell zählt. Angefangen hat er einst mit 18 Personen. Und die wurden auch sehr schnell aktiv, initiierten beispielsweise gemeinsam mit Naturschützern die Neujahrswanderung oder das Weihnachtsbaumschlagen auf dem Naturlehrweg Neu-Wernstedt, die Oster- und die Glühwürmchenwanderung auf dem Naturlehrpfad in Vienau, Pilzausstellungen, Valentinswanderungen, die Burgweihnacht oder die jährlichen Exkursion in die nähere Umgebung. Der Verein begann zudem, auf Messen für einen Besuch in der Region zu werben und Gästebroschüren zu entwickeln und herauszugeben. Eins seiner größten Verdienste ist aber die Schaffung des Milde-Biese-Radweges, der von Letzlingen bis Arendsee führt. Dafür hat er auch andere Anrainer mit ins Boot geholt. "Und wir haben wirklich lange um dieses Projekt gekämpft, nachdem wir festgestellt hatten, dass Kalbe nicht mit in den Altmark-Rundkurs integriert worden war", erinnert sich Sigrid Gassel. Inzwischen ist die Milde-Biese-Tour etabliert.

Eine weitere Aktion des Vereins, an die heute Abend ganz sicher ebenfalls erinnert wird, ist die Neubestuhlung des Kulturhaussaales. 520 Sitzmöbel konnten dank der Spenden aus der Bevölkerung im Jahr 2012 an die Stadt übergeben werden.

Spitzenposition in der Bettenauslastung

Mit dieser und mit dem Kultur- und Heimatverein sowie inzwischen auch mit dem Künstlerstadtverein gäbe es ohnehin eine gute Zusammenarbeit. Denn einer allein könne wenig ausrichten. Da sind sich Bender, Gassel und Ozminski einig. Dass die ehrenamtliche Arbeit der zurückliegenden 20 Jahre Früchte getragen hat, zeigt unter anderem die Tatsache, dass Kalbe auch 2013 wieder 96652 Übernachtungen (mit Klinik und Centerhotel) verbuchte und dass es bei einer Bettenauslastung von 58,9 Prozent eine Spitzenposition in der Altmark einnahm.