Große Ortsteile wie Jävenitz und Mieste sollen künftig nicht mehr mehrere Spielplätze haben. So könnten Unterhaltungskosten gespart werden. Das betonte Bürgermeister Konrad Fuchs im Sozialausschuss. Gestern wurde der Spielplatz an der Gardeleger Goethestraße offiziell freigegeben.

Gardelegen l 81 öffentliche Spielplätze hat die Stadt Gardelegen, davon zwölf in Gardelegen und den Ortsteilen Weteritz, Zienau, Ipse und Ziepel sowie 69 in den anderen Ortsteilen. Im Sozialausschuss stellte Verwaltungsmitarbeiterin Dagmar Bauer vor, was sich in den Ortsteilen getan hat und wo noch Handlungsbedarf besteht. Einmal pro Jahr werden die Spielplätze überprüft, dies übernehmen drei Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die die entsprechenden Fortbildungen besucht haben. Zuvor war ein Unternehmen dafür zuständig.

Alternativen zum Rückbau gab es nicht

Bauer sagte, die Spielgeräte in einigen Dörfern seien "in sehr marodem Zustand und stiefmütterlich behandelt worden waren". Dies sei auch der Grund für den massiven Rückbau der Geräte gewesen, der "bei Stadträten und Ortschaftsräten durch die Hau-Ruck-Aktionen negativ aufgenommen wurde". Allerdings hätte es aufgrund der Sicherheitsvorschriften keine Alternativen zum Rückbau gegeben.

Doch in diesem Jahr habe sich eine Menge getan. Insgesamt seien 142000 Euro ausgegeben worden, deutlich mehr als die 30000 Euro, die ursprünglich Anfang des Jahres in den Haushalt eingestellt worden waren. Hinzu kommen die knapp 32000 Euro, die in den Spielplatz an der Gardeleger Goethestraße investiert wurden. Bürgermeister Konrad Fuchs hat diesen am gestrigen Donnerstag offiziell übergeben. Die Schüler der Goethe-Grundschule nahmen den Spielplatz gleich wieder in Beschlag. "Sie nutzen ihn oft", betonte Schulleiterin Jutta Gadau. Auf dem Spielplatz wurde eine Spiel- und Kletterkombination mit Rutsche neu aufgebaut. Dort gibt es eine Rampe mit Hangeltau, einen Netzaufgang und einen Sandaufzug mit Kette und Eimer. Außerdem wurde eine neue Drehscheibe aufgestellt. Ausgetauscht wurde auch der Fallschutz: statt Sand ist es nun Fallschutzkies. Keine Änderungen gab es bei den Schaukeln und der Seilbahn.

In Kitas wurden 23100 Euro investiert

Auch in den städtischen Kitas wurde in diesem Jahr einiges erneuert: 17000 Euro flossen in Reparaturen, für 6100 Euro gab es neue Geräte. Auf öffentlichen Spielplätzen wurden Geräte für insgesamt 25000 Euro repariert.

Noch in diesem Jahr wird die Wander-Grundschule eine neue Kletterkombination erhalten. Die Stadt teilt sich die Kosten mit dem Altmarkkreis, da der Spielplatz auch von den Schülern der Wander-Förderschule für geistig behinderte Kinder genutzt wird. Gardelegen zahlt 15000 Euro des 30000 Euro teuren Gerätes. In der Letzlinger Grundschule habe der Förderverein ein Gerät finanziert, die Stadt nur die Aufbaukosten getragen.

Bauer berichtete, dass es mit Wiepke und Roxförde zwei Ortsteile gebe, die keine öffentlichen Spielplätze hätten. "Wir sind bestrebt und bemüht, da Lösungen zu finden. Es laufen Verhandlungen mit den Ortschaftsräten", sagte Bauer. Oliver Stegert (SPD-Fraktion) wandte ein, dass es auch in Parleib, das zu Potzehne gehört, keinen öffentlichen Spielplatz gebe. Er würde dafür auch eine Fläche zur Verfügung stellen.

Konrad Fuchs entgegnete jedoch, "dass es nicht Ziel sein kann, noch mehr Spielplätze in der Stadt zu haben, sondern eher zu reduzieren" und verwies auf die Unterhaltungskosten. In den größeren Ortschaften müsse es Spielplätze geben, allerdings forderte er dabei auf, Spielplätze zusammenzulegen. Ein Beispiel sei Mieste, nannte Bauer. Dort gebe es vier Plätze und zurzeit die Überlegungen, in welcher Form das zentralisiert werde. Ähnliches gelte für Jävenitz, auch dort gibt es mehrere Plätze. Fuchs ergänzte dazu: "In der Stadt muss man auch ein paar Meter laufen, um zu einem Spielplatz zu kommen."

Es gehe darum, sich maßvoll zu verhalten, "denn wir waren schockiert über die Fülle der Investitionen, die nötig war", sagte der Bürgermeister. Auf die Frage von Nico Macht, Vorsitzender des Gemeindeelternrates der städtischen Kitas, ob denn auch in den kommenden Jahren in diesen Größenordnungen investiert werden müsse, sagte Dagmar Bauer: "Ich gehe davon, dass es nicht mehr die Dimensionen wie in diesem Jahr sind."