Einen kleinen Einblick in ihren Unterricht an der Musikschule gaben am Donnerstagabend 17 Schüler aus Gardelegen und Salzwedel. Knapp eine Stunde lang unterhielten sie die Besucher im Gardeleger Rathaussaal.

Gardelegen l Was so manchem Musiker von Weltklasseniveau nicht gelang, schafften 17 Nachwuchspianisten am Donnerstagabend sozusagen "spielend": Sie füllten die Stuhlreihen im Gardeleger Rathaussaal fast bis auf den letzten Platz. Kein Wunder. Die meisten von ihnen hatten ihre größten Fans, nämlich Eltern, Großeltern und Geschwister gleich mitgebracht.

Mitgebracht hatten sie aber natürlich auch ein buntes Programm, das Musiklehrerin Simona Docanova moderierte. Viele ihrer Schüler waren unter den Vortragenden, aber auch ihre Kollegen Bernd Werner und Dirk Peter-Hahn hatten ihre Schüler ermutigt, an dem kleinen Vorspiel teilzunehmen. Denn Klavierspielen ist das eine, dies vor Publikum zu tun eine andere, manchmal ebenso große Herausforderung für die Kinder und Jugendlichen.

Tolle Akustik begeisterte das Publikum

So manchem der kleinen Pianisten war die Aufregung denn auch deutlich anzusehen. Vor allem für die Jüngsten, wie Anne Pott, die mit "Hopp, hopp, hopp" ein kleines Volkslied mitgebracht hatte, Edda Pelzer, die vom "Fest bei den Fröschen im See" erzählte, Helene Blume, die mit Simona Docanovas Hilfe musikalisch "Schlittschuh" lief oder Mona Roitsch, die mit "Bella Bimba" ein italienisches Stück ausgesucht hatte, war die Erfahrung noch neu. Schließlich haben die Schüler der unteren Klassen noch nicht so viele Auftritte hinter sich wie ihre älteren Mitschüler - zumindest nicht in einem so beeindruckenden Konzertambiente wie dem Gardeleger Rathaussaal.

Dessen tolle Akustik und vor allem der schöne Klang des Flügels trugen allerdings auch zum Gelingen des Konzertes bei, wie Docanova betonte: "Es ist ein teures Instrument", das, so Docanova, höre man auch. Und das genossen natürlich auch die Zuhörer, besonders als schließlich die älteren Schüler an der Reihe waren. So begeisterte zum Beispiel Marie Zierenberg mit einem Walzer von Mucio Clementi. Zwei bekannte Stücke von Frédéric Chopin hatten sich wiederum Tabea Kreutz und Sophie Kämpfer ausgesucht, die zum Schluss auftraten. Allerdings staunte das Publikum dabei nicht nur über das virtuose Spiel der Mädchen, sondern auch über einen interessanten Fakt, den Simona Docanova beisteuerte: "Als er die Polonaise komponierte, die Tabea spielen wird, war Chopin erst sieben Jahre alt", erzählte sie nämlich.

Viel älter als der kleine Chopin im Jahr 1817 waren einige der jungen Pianisten am Donnerstag nicht. Und großes Talent bewiesen sie dennoch schon. So zum Beispiel die achtjährige Jevgenia Werner, die Beethovens Pop-Song mitgebracht hatte, oder auch Luise Blume, die ein wunderschönes Stück von Elena Mady mit dem Titel "Regen" spielte.

Rosen, Präsente und Komplimente für alle

Hochkonzentriert bewies zum Beispiel auch Josef Zierenberg, dass er sein Instrument beherrscht. Er gehörte, neben seinem Bruder Jakob Zierenberg, Ferdinand Schulze und Linus Feldmann zu den vier Jungen unter den Jungpianisten im Rathaussaal. Letzterer hatte übrigens auch ein sehr bemerkenswertes Stück ausgewählt. "Er wollte was Modernes spielen", verriet seine Lehrerin Simona Docanova lächelnd. Und das klang toll. "Main Theme" von Makoto klang nämlich wie die Titelmelodie eines japanischen Films und machte dem Publikum viel Spaß.

Viel Applaus bekamen aber auch Paula Schulze, Laura Madleen Mertens, Darja Salim und Alexandra-Marie Kämpfer für ihre Vorträge.

Von Simona Docanova gab es am Ende ein kleines Präsent für jeden Schüler. Musikschulchef Falk Kindermann überreichte Rosen und machte den Kindern und Jugendlichen zudem ein großes Kompliment: "Das war ein tolles Konzert", lobte er die jungen Pianisten. "Und ich denke, unter euch sind viele unentdeckte Talente", so Falk Kindermann.

   

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