Auf der städtischen Rasenfläche vor dem Gerätehaus in Mieste darf nicht geparkt werden. Das gilt für alle - auch für Einsatzkräfte der Miester Wehr, die ausrücken wollen. Deswegen bekamen einige Wehrmitglieder vor zwei Wochen Strafzettel fürs Falschparken.

Mieste l Sie fuhren vor zwei Wochen zum Feuerwehreinsatz - und als sie mit ihren Einsatzfahrzeugen wieder ins Gerätehaus kamen, hatten mehrere Miester Feuerwehrkameraden Strafzettel an ihren Pkw, die sie auf der Grünfläche vor den Umkleidecontainern abgestellt hatten. "Die Kameraden waren leicht erstaunt bis sehr verwundert", sagte Ortswehrleiter Wolfgang Witte.

Verteilt hatte die Knöllchen eine Mitarbeiterin des städtischen Ordnungsamtes. Und sie hat dabei keinen Fehler gemacht. Das betonten gestern Witte und auch Ordnungsamtsfachbereichsleiterin Birgit Matthies. "Die Pkw standen auf einer kommunalen Grünfläche, damit war der Tatbestand erfüllt", so Matthies. Sie betonte jedoch auch, dass die Mitarbeiterin gleich nach der Verteilung der Strafzettel das Gespräch mit dem Ortswehrleiter gesucht hatte, um die Situation zu klären. "Sie konnte nicht wissen, ob es sich ausschließlich um Fahrzeuge der Einsatzkräfte handelt", so Matthies.

"Es war viel Aufregung, aber es ist niemandem ein Schaden entstanden."

Fachbereichsleiterin Birgit Matthies

Ergebnis war, dass die Miester Kameraden zwar die roten Zettel an ihren Pkw hatten, aber diese gleich entwertet wurden. Bezahlt werden mussten die Knöllchen also nicht. Matthies: "Es war viel Aufregung, aber es ist niemandem ein Schaden entstanden."

Von den Einsatzkräften wurde die Rasenfläche schon immer als Parkfläche genutzt, wenn die Sirene sie zu Einsätzen rief. "Das ist wahrscheinlich schon so, seitdem es die Feuerwehr gibt", so Witte.

Zurzeit gebe es Überlegungen, wie die Parkproblematik am Miester Gerätehaus künftig eindeutig geregelt werden könnte, sagte Matthies. Eine Variante: Das Aufstellen eines Schildes, das es nur Feuerwehrmitgliedern im Fall eines Einsatzes erlaubt, auf der Grünfläche ihre Pkw zu parken. Denn die Ordnungsmitarbeiter seien nicht die einzigen, die Strafzettel verteilen. "Das könnte beim nächsten Mal auch die Polizei machen, sollte sie dort entlang fahren und sehen, dass Fahrzeuge auf der Rasenfläche parken", so Matthies.

Auf eine klare Regelung - im Sinne seiner Feuerwehrkameraden - hofft Wolfgang Witte. Denn es sei durchaus schon vorgekommen, dass Gäste von Privatfeiern an der Miester Riesebergstraße ihre Pkw auf der Grünfläche abgestellt hatten. Ergebnis: Die Feuerwehrleute mussten etliche Meter weiter erst nach Parkplätzen suchen. "Und das alles in einer Situation, wo es darum geht, möglichst schnell auszurücken, damit wir helfen können", verdeutlichte Witte.