Neben Zimmern der gehobenen Kategorie soll es nun auch preiswertere Übernachtungsmöglichkeiten im neuen Zichtauer Hotel geben. Geplant ist der Baubeginn im kommenden Jahr. Allerdings liegt derzeit beim Kreis noch kein Bauantrag vor.

Zichtau l Eigentlich sollte es ja schon im Herbst des vergangenen Jahres losgehen mit dem Hotelneubau. 50 Doppelzimmer der gehobenen Kategorie und ein Funktionstrakt sollen auf Gut Zichtau entstehen. Dafür soll es großzügige Fördermittel vom Land geben: Rund vier Millionen Euro sind dem privaten Investor fest zugesagt. Der Fördermittelbescheid war im April des vorigen Jahres von Wirtschaftsstaatssekretärin Tamara Zieschang feierlich in Zichtau übergeben worden.

"Im Vordergrund steht die Wirtschaftlichkeit."

Projektleiter Magnus Staehler

Bislang ist aber von Bautätigkeit noch nichts zu sehen. Dabei sollten, so hatte es Investor Hasso von Blücher im Frühjahr 2013 noch geplant, zu Beginn der Bundesgartenschau, die im kommenden Jahr in Havelberg und im Havelland stattfinden wird, schon die ersten Gäste einziehen können.

Dass sich der Baubeginn nun schon um mehr als ein Jahr verzögert hat, sieht Projektleiter und Gutssprecher Magnus Staehler indes nicht als Problem an. Das Hotel sei ein großes Projekt, das gut durchdacht sein müsse, so Staehler auf Nachfrage. "Ich muss das immer wieder betonen: Im Vordergrund steht die Wirtschaftlichkeit." Auch wenn das Objekt Gutsbesitzer Hasso von Blücher persönlich am Herzen liegt, "muss es Gewinn erwirtschaften."

Gerade für ein mittelständisches Unternehmen sei eine solche Investition ja schließlich auch immer mit einem hohen Risiko verbunden. Und aus diesem Grund sei das Konzept auch überarbeitet worden. "Wir stehen in Diskussion mit der Bank", versichert Staehler. Gemeinsam habe man das Projekt "neu dekliniert", informiert Staehler. So sei mittlerweile schon sicher, dass es nicht nur die gehobene Kategorie im Hotel geben werde, sondern auch preiswertere Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden.

"Uns liegt bislang noch kein Bauantrag vor."

Kreispressesprecherin Birgit Eurich

Im ersten Bauabschnitt sollen nun zunächst 35 Doppelzimmer im Vier-Sterne-Bereich entstehen, im zweiten Bauabschnitt dann Zimmer mit insgesamt 50 Betten, die auch "einer normalen Familie" einen längeren Aufenthalt in Zichtau ermöglichen sollen.

Und im nächsten Jahr soll es damit nun auch ernsthaft losgehen, davon "gehe ich jedenfalls mal schwer aus", sagt Staehler.

Aktuell werde gerade geklärt, ob für den ersten Bauabschnitt zwingend ein Bebauungsplan notwendig sei - den gibt es nämlich nicht - oder ob der vorhandene Teilflächennutzungsplan ausreiche. Der sei indes auch schon recht alt und müsste eigentlich überarbeitet werden, heißt es im Gardeleger Bauamt zu dem Thema. In manchen Fällen sei es tatsächlich möglich, ohne Bebauungsplan zu bauen. Abhängig sei das davon, was gebaut werden soll. Hier komme es immer auf den Einzelfall an, der jeweils geprüft werden müsse.

Allerdings wird derzeit noch nicht geprüft. Zumindest nicht von behördlich-städtischer Seite. Es bestehe kein Handlungsbedarf, weil vom Kreis, der ja in einem solchen Fall für die Bauleitplanung zuständig sei, noch gar keine Informationen und auch keine Anträge vorliegen würden, heißt es im Gardeleger Bauamt weiter. Und erst nach einer Beteiligung durch den Kreis, der dann unter anderem das gemeindliche Einvernehmen von der Kommune einholen müsse, könne man tätig werden.

Untätig bleibt man allerdings auch dort. Auch die Ämter der Kreisverwaltung haben aktuell in Sachen Gutshotelneubau noch nichts zu prüfen. "Uns liegt bislang ebenfalls noch kein Bauantrag vor", informiert gestern Pressesprecherin Birgit Eurich auf Nachfrage.