Gardelegen l Der Hauptausschuss folgte in seiner Sitzung am späten Dienstagnachmittag einstimmig einer Empfehlung des Sozialausschusses zur Schulentwicklungsplanung ab 2015/2016 mit dem Schwerpunkt der Grundschule Estedt. Demnach soll der Stadtrat zwei Entscheidungsmöglichkeiten haben: die Änderung der Einzugsbereiche in der Form, dass alle Grundschulen der Stadt dauerhaft eine Perspektive haben oder die Schließung der Schule.

Zuvor hatte der Hauptausschuss einen Antrag der Gemischten Fraktion abgelehnt, die vor einer Entscheidung eine Analyse aller Schulstandorte haben will.

"Wir wollen das direkte Schauen auf alle Schulen." -
Regina Lessing, Gemischte Fraktion

"Wir wollen wissen, wie die Kapazitäten sind. Wir wollen das direkte Schauen auf alle Schulen. Wie sieht es aus, wenn die Kinder aus Estedt nach Gardelegen kommen. Reichen die Turnhallen und so weiter", erläuterte Fraktionschefin Regina Lessing.

"Wir wollen die bestehende Schullandschaft noch einmal komplett beleuchten, wie ist die Substanz, wie der Sanierungsbedarf, brauchen wir eventuell noch eine neue Turnhalle oder ein neues Hortgebäude", zählte Stadtrat Peter Kapahnke (Gemischte Fraktion) weitere Fragen auf. Das könne doch schließlich nicht so schwer sein, das "auf einen Zettel zu bringen", sagte Kapahnke mit Blick auf die Amtsleiterriege, "wir wollen das alles komplex beleuchten vom Fundament bis zum Dach und bis zum Stuhl, wo das Kind drauf sitzt." Das sei Grundlage dafür, einen zukunftsorientierten Beschluss fassen zu können. "Und mehr wollen wir nicht", fasste Kapahnke dann zusammen. Unabhängig davon sah er auch nur die zwei Möglichkeiten, was die Zukunft der Estedter Schule betreffe.

"Egal, was wir beschließen. Es wird immer einen Aufstand geben."- Bürgermeister Konrad Fuchs

"Wenn nur gesagt wird, wir wollen die Estedter Schule erhalten, ist das für mich ein Lippenbekenntnis, denn damit ist die Schule nicht zu halten", stellte Bürgermeister Konrad Fuchs klar. Das sei nur über die Änderung der Einzugsbereiche möglich, und das wiederum würde bedeuten, dass man ganz viele Schüler nach Estedt "karren" müsste. "Egal, was wir beschließen. Es wird immer einen Aufstand geben", machte Fuchs deutlich.

Stadtrat Norbert Hoiczyk, Vorsitzender der Freien Liste, hatte Probleme mit dem inhaltlichen Verstehen des Antrages der Gemischten Fraktion. Er verwies auf den Schulentwicklungsplan des Kreises, der unter anderem eine Bestandsanalyse, eine Raumanalyse, Informationen zu Kapazitäten und Auslastung aller Schulen im Landkreis enthalte - sogar mit Bildern. "Ich schlage vor, man liest sich die 377 Seiten einfach durch", so Hoiczyk.

Der überraschte eingangs der Diskussion im Hauptausschuss mit einem deutlichen Antrag: Seine Fraktion fordere ein "klares Votum für die Schließung der Schule." Nach Auskunft des kreislichen Schulamtes werde es immer schwieriger, die Qualität der Ausbildung sicherzustellen, je kleiner die Schulen bezüglich der Schülerzahlen werden, so Hoiczyk. Mit der Schließung der Estedter Grundschule hätten dann betroffene Eltern auch Planungssicherheit.

Die nächste Beratung zur Grundschule Estedt folgt in der Stadtratssitzung am kommenden Montag, 1. Dezember, ab 19 Uhr im Rathaussaal.