Prosit Neujahr - und damit gibt es wieder das probate Mittel der guten Vorsätze. Gesünder leben, weniger Stress, keine Zigaretten, mehr Sport. Die Volksstimme hat am letzten Tag des alten Jahres eine Straßenumfrage gestartet: Gute Vorsätze, persönliche Wünsche und Katerrezepte.

Gardelegen l Gisela Stephani aus Gardelegen hofft, dass das Jahr 2015 besser als das Jahr 2014 wird. "Nicht so viele schlechte Nachrichten, nicht soviel Unruhe auf der Welt", sagt die 86-Jährige. Das Jahr 2014 habe genug Krieg, Gewalt und Naturkatastrophen gebracht.

Gisela Stephani gehörte am Silvesterabend zu den Gästen eines kleinen Sektempfangs in der Bibliothek im Johanniterhaus Pfarrer Franz. Steffi Schitteck vom begleitenden sozialen Dienst des Hauses servierte Sekt mit Früchten, abends gab es Heringssalat, Kartoffelsalat und Würstchen. Zwischendurch konnten sich die 32 Männer und Frauen bei lustigen Geschichten und Anekdoten amüsieren - bei schwungvoller Musik unter anderem von Freddy Quinn.

"Ich habe das beste Mittel gegen einen Kater. Ich trinke nämlich keinen Alkohol."

Andrea Wölkert, Gardelegen

Wie erleben die Gardeleger und ihre Gäste den Jahreswechsel, haben sie gute Vorsätze, Wünsche oder auch ein hervorragendes Rezept gegen den Silvesterkater? "Ich habe das beste Mittel gegen einen Kater. Ich trinke nämlich keinen Alkohol", erzählt Andrea Wölkert und lacht herzlich dabei. Die 44-Jährige feierte gemeinsam mit ihrem Partner Frank Olvermann mit Freunden zu Haus. Um Mitternacht fuhren sie dann zum Segelflugplatz, um von oben das Feuerwerk über der Stadt zu erleben. Dort waren sie allerdings nicht allein. "Man kann dort schon Bratwurst verkaufen", findet Frank Olvermann angesichts der jährlich mehr werdenden mitternächtlichen Beobachterschar. Gute Vorsätze haben beide. Andrea Wölkert will sich mehr sportlich betätigen, um die Figur in Form zu bringen, Frank Olvermann will abnehmen, vor allem durch weniger essen. "FDH, das funktioniert", meint der 53-Jährige. Und gegen den Kater helfen bei ihm saure Gurken und Rollmops.

Mehr Solidarität, Rücksichtnahme und Respekt wünscht sich Hildegard Dagmar Schulze aus Gardelegen. Vor allem mehr Respekt der jüngeren vor der älteren Generation. Und sie wünscht sich Gesundheit. Ihr Sohn Lars dagegen will "mehr Ordnung in sein Leben bringen, mal richtig aufräumen", erzählt der 38-Jährige, der jetzt im Bamberg zu Hause ist und über die Feiertage seine Eltern in Gardelegen besucht. Mitternacht wird im Hause Schulze mit Sekt angestoßen. Möglicherweise sollte das diesmal in Wolfsburg der Fall sein. "Das werden wir spontan entscheiden", sagt Lars Schulze. Und bei einem Kater nach Feierlichkeiten helfe nur viel Schlaf.

Patrick Röhrs aus Gardelegen verzichtet auf gute Vorsätze. Der 17-Jährige wartet ab, was das neue Jahr bringen wird. Feiern wird er gemeinsam mit Freunden. Sein Katerrezept: viel Wasser und lange schlafen. Seine gute Freundin Lucie Morgenstern aus Gardelegen hat dagegen gute Vorsätze. Die Neuntklässlerin will sich in der Schule verbessern und öfter Oma und Opa Morgenstern besuchen. Den Jahreswechsel feierte sie ebenfalls mit Freunden. Um Mitternacht sollte es dann zum Rathausplatz gehen, um andere Freunde und Bekannte zu treffen.

Helmut Baumgart aus Gardelegen hat am Silvesternachmittag noch eine ausgiebige Radtour unternommen - quer durch die Stadt von einem Ende zum anderen. Eine gewohnte Tour für den 80-Jährigen, wie er erzählt. Früher habe er aktiv Radsport getrieben. Normalerweise sei auch seine Frau Elisabet mit dabei. Am Silvestertag sei sie lieber zu Hause geblieben. Dort wollte das Ehepaar auch ganz ruhig den Jahreswechsel genießen.

"Wir werden uns die Fernsehsendungen anschauen, Heringssalat essen und mit Sekt anstoßen."

Helmut Baumgart, Gardelegen

"Wir werden uns die Fernsehsendungen anschauen, Heringssalat essen und um Mitternacht mit Sekt anstoßen", sagt Helmut Baumgart. Gute Wünsche oder Vorsätze? "Da habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht", antwortet der Senior mit einem verschmitzten Lächeln.

Renate Schmalz aus Gardelegen hatte am Mittwochnachmittag noch ihre Mutter im Johanniterhaus Pfarrer Franz besucht. Sie freute sich auf die große Silvesterparty im Schützenhaus mit Ehemann Horst Schmalz. "Wir feiern dort das erste Mal", erzählt die 63-Jährige. Sie wünscht sich für das neue Jahr, dass ihre Mutter noch viele schöne Jahre haben wird, Gesundheit für die ganze Familie - und dass die Estedter Grundschule erhalten bleibt. Ihre Enkelkinder, ein Zwillingspärchen, besuchen die Schule, und es wäre natürlich schön, wenn es die Schule noch lange gebe.

Um Mitternacht wird mit Sekt angestoßen. Ein Katerrezept hat sie eher nicht, weil es vermutlich keinen Kater geben wird. "Ich glaube aber, dass Schlafen wohl in diesem Fall das beste wäre", meint Renate Schmalz

Na dann, Prosit Neujahr und ein gesundes Jahr 2015.

   

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