Der Weteritzer Dirk Kuke will bei der Bürgermeisterwahl in Gardelegen antreten. Er ist mittlerweile der fünfte Kandidat für den Posten.

Weteritz l Es ist ein langer Zielkatalog, mit dem sich Dirk Kuke gestern per E-Mail als Bürgermeisterkandidat in Stellung gebracht hat. Der Weteritzer möchte die Lebensqualität in der Stadt erhöhen, langfristig an der Schulentwicklungsplanung mitwirken, alternative Energien fördern und Rowdys mit mehr Freizeitangeboten und Streetworkern von Dummheiten abhalten. Er wünscht sich ein Sportzentrum mit Bowling, Badminton sowie einer Sauna und dass das Herrenhaus in Weteritz zur Residenz für ältere Menschen umgebaut wird.

"Mich haben viele Weteritzer und Freunde aus Gardelegen gefragt, ob ich nicht kandidieren möchte", sagt Dirk Kuke. Das war im November. Daraufhin habe er sich viel Zeit genommen, darüber nachzudenken. Mittlerweile habe er mit dem Sammeln von Unterstützerunterschriften begonnen.

Die größte Herausforderung sei für ihn das Führen der Verwaltung. "Effektiv, teamfähig und freudbetont", müsse die Arbeit dort gestaltet werden. Die Mitarbeiter sollten viel Verantwortung besitzen. Erfahrung im Führen bringe er als Oberstleutnant bei der Bundeswehr mit.

"Ich habe immer versucht, meine Mitarbeiter von meinen Ideen zu begeistern", sagt der 59-Jährige. Befehle habe er somit nicht gebraucht. Zudem habe er viel mit Firmen zusammengearbeitet und kenne sich mit Vertragsgestaltungen aus. In seiner Zeit bei der Bundeswehr habe er in Afghanistan, Kroatien, Bosnien und im Jemen gearbeitet.

Über den Tellerrand zu schauen und neue Ideen zu entwickeln, sei für die Stadtpolitik wichtig. "Auch wenn alt-erfahrene Wagenlenker meinen, die lokalpolitischen Wege zu kennen", schreibt Dirk Kuke. Auf Nachfrage der Volksstimme, wen er damit meine, nannte er seine beiden Mitkandidaten Kai-Michael Neubüser (CDU) und Peter Kapahnke (parteilos).

Dirk Kuke sitzt seit Juli 2014 für die Freie Liste im Stadtrat - als Nachrücker für Michael Hennigs, der gleich nach der Wahl Ende Mai 2014 sein Mandat zurückgegeben hatte.

Für die Bürgermeisterwahl trete er aber als parteiloser Kandidat an, betonte Kuke.

Sollte er gewählt werden, würde er den Stadtrat vorab besser in Entscheidungen einbeziehen. Das komme ihm derzeit zu kurz. Er habe dennoch große Hochachtung vor Bürgermeister Konrad Fuchs. "Gegen Herrn Fuchs wäre ich nicht angetreten", so Kuke.

"Ich lasse mich überraschen."

Dirk Kuke

Auf seine Chancen angesprochen, bleibt der 59-Jährige eher wortkarg. "Ich lasse mich überraschen", sagt Kuke.

Dafür fallen ihm viele Ziele ein, die er als Bürgermeister erreichen möchte: Dorfgemeinschaftshäuser fördern, Fracking verhindern, im Weteritzer Park ein Ausflugsziel für Radtouristen entstehen lassen und Projekte für altersgerechtes Wohnen fördern.

Außerdem wünsche er sich "die kontinuierliche Erhöhung der Mitbestimmungskompetenz von Ortsteilen durch die Förderung von Eigenverantwortung, Brauchtum und Tradition".