Just am Tag ihrer Jahreshauptversammlung hat die Letzlinger Feuerwehr am Freitagnachmittag ihren ersten Einsatz 2015 absolviert. Während dabei die Einsatzstärke ausgereicht hat, konnte davon im zurückliegenden Jahr nicht immer die Rede sein, wie Wehrleiter Sven Möller am Abend resümierte.

Letzlingen l Offiziell zählt die Freiwillige Feuerwehr Letzlingen 45 Mitglieder. "Aber das ist mehr Schein als Sein", sagte Wehrleiter Sven Möller am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung.

Denn es gäbe 16 Aktive. Und damit sei leider nur die Mindestanzahl erreicht, "die es aber unbedingt zu halten gilt", so Möller. Bei 16 weiteren Mitgliedern der Feuerwehr handele es sich nach seinen Angaben um Vertreter der Ehrenabteilung, die übrigen 13 Mitglieder seien passiv tätig (Kinder- und Jugendwehr nicht mit eingerechnet).

Auch der Blick in den Versammlungsraum war am Freitagabend vergleichsweise ernüchternd. Von den 45 Mitgliedern hatte sich nur rund ein Dutzend eingefunden, um an der Jahreshauptversammlung teilzunehmen. Als eine mögliche Ursache nannte Sven Möller das stürmische Wetter. "Aber ohnehin bekommt man es nie hin, alle unter einen Hut zu bringen", so der Wehrleiter aus Erfahrung. Schließlich würden nicht wenige Wehrmitglieder im Schichtdienst tätig sein.

So sei es auch zu erklären, dass es im vergangenen Jahr einen Einsatz gegeben habe, bei dem ein Ausrücken wegen Personalmangels nicht möglich gewesen sei, so Möller. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass sich die gemeinsame Alarmierung mit den Wehren Wannefeld und Roxförde bewährt habe.

Allerdings hatte die Letzlinger Feuerwehr im vergangenen Jahr so wenige Einsätze wie lange nicht mehr zu absolvieren. Neunmal war sie alarmiert worden, wobei es sich bei einem Einsatz um eine größere Übung gehandelt hatte.

"Jeder sollte darüber nachdenken, ob er wirklich alle Rechten und Pflichten eines Mitgliedes der Feuerwehr erfüllt."

Wehrleiter Sven Möller

Im neuen Jahr liegt der erste Einsatz allerdings schon hinter den Kameraden. Ausgerechnet am Tag der Jahreshauptversammlung mussten sie nämlich ausrücken, weil ein Baum auf der Straße lag. Sieben Einsatzkräfte wurden dabei gezählt.

Diesmal war es kein Einsatzgeschehen mit Personenschaden. Doch wenn ein solches auftrete, sei es umso schlechter, wenn einige Kameraden nicht an einer einzigen Ausbildung im Jahr teilgenommen hätten. Leider gäbe es solche Fälle. "Und jeder sollte doch einmal darüber nachdenken, ob er wirklich alle Rechte und Pflichten eines Mitgliedes der Feuerwehr erfüllt", wie der Wehrleiter in seinem Rechenschaftsbericht sagte.

Andere wiederum würden sehr rege an den Diensten teilnehmen. "Jeder sollte schließlich mindestens 80 Ausbildungsstunden im Jahr absolvieren", um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Denn die Anforderungen würden sich ständig weiterentwickeln, so der Wehrleiter, der dabei auch auf die neue Funktechnik einging. Dass dabei aber offenbar noch längst nicht alles ausgereift ist, wurde während der Diskussion deutlich. Dieses Problem sei jedoch nicht in Letzlingen, sondern nur überregional zu lösen. Er bleibe dran, sicherte Möller zu.

In seinem Bericht ging er auch darauf ein, dass die Feuerwehr nicht ausschließlich im Bereich Brandschutz agiere, sondern dass sie auch einen wichtigen Beitrag für den Erhalt des Dorflebens leiste. So habe sie im vergangenen Jahr unter anderem wieder mehrere Fackelumzüge organisiert, habe geholfen, das Motocrossrennen abzusichern oder sich in das Dorf- und Vereinsfest eingebracht. Auch das Gedenken zum Totensonntag habe wieder stattgefunden.

Ähnliches werde es auch in diesem Jahr geben, sicherte der Wehrleiter zu. Zudem werde zur Pflege der eigenen Kameradschaft ein gemeinsamer Abend mit den Lebenspartnerinnen und -partnern organisiert (nebenstehende Meldung). "Außerdem wollen wir versuchen, in diesem Jahr wieder eine gemeinsame Fahrt zu organisieren", erklärte der Wehrleiter abschließend.

Was die Wettkampftätigkeit der Letzlinger Feuerwehr betrifft, so konnte Zugführer Florian Mette ein weniger positives Resümee ziehen.

"Wir haben im vergangenen Jahr nur an einem Wettkampf teilgenommen - wegen Personalmangels war nicht mehr möglich."

Zugführer Florian Mette

"Wir haben im vergangenen Jahr nur an einem Wettkampf, nämlich dem in Potzehne, teilgenommen und dort auch einen dritten Platz belegt. Wegen Personalmangels war aber leider nicht mehr möglich", erklärte Mette.

Etwas mehr Wettkampferfahrung konnten da die 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr sammeln. Sie beteiligten sich laut Jugendwart Jan Schmalwasser im vergangenen Jahr an insgesamt vier Wettkämpfen. Zudem nahmen sie am Zeltlager in Arendsee teil, brachten sich in das Dorf- und Vereinsfest ein und kümmerten sich um Grabpflege. Insgesamt zählte die Jugendwehr im vergangenen Jahr sechs Mädchen und acht Jungen im Alter zwischen 9 und 17 Jahren. Leider habe es inzwischen einen Austritt gegeben. Dafür habe jedoch ein anderes Mitglied in die aktive Truppe integriert werden können. "Und ich hoffe", so Jan Schmalwasser, "dass das diesmal Bestand hat." In der Vergangenheit habe er da leider schon andere Erfahrungen machen müssen, bedauerte er.

Neben der Jugendfeuerwehr existiert in Letzlingen auch noch eine Kinderfeuerwehr. Deren Mitgliederzahl sei nach Angaben des Wehrleiters schwankend. Um die 15 Mädchen und Jungen seien dort aktuell integriert.