Auch in diesem Jahr will Kalbe wieder vom Leader-Förderprogramm der EU profitieren. Wünsche gibt es viele. Der Hauptausschuss stellte sie in seiner jüngsten Sitzung schon mal für die Leader Arbeitsgruppe Mittlere Altmark zusammen.

Kalbe l Noch habe das Ganze eher den Charakter einer "Wunschliste", daran erinnerte Bürgermeister Karsten Ruth während der jüngsten Sitzung des Kalbenser Hauptausschusses mehrfach. Doch die Zeit drückt: Ende Januar muss eine Projektliste beim Leader-Management eingereicht werden, in Halle werde dann bis zum Quartalsende eine sogenannte Entwicklungsstrategie entwickelt, informierte Ruth. Und so stellten die Hauptausschussmitglieder am Donnerstagabend die Wünsche der Einheitsgemeinde schon mal zusammen, die der Stadtrat am 29. Januar noch einmal diskutieren wird.

Aufgenommen wurde darin zunächst einmal das Kalbenser Freibad, dessen Umfeld umgestaltet werden soll. "Das Bad könnte im Ganzen attraktiver werden, wenn die Nebenanlagen dem heutigen Standard angepasst würden", erläuterte Ruth. Dazu könnte auch beitragen, die angrenzende Sportanlage mit in das Freibadkonzept einzubeziehen.

Ein Problem, das bisher noch gar nicht so im Fokus stand, sieht Ruth hier allerdings möglicherweise auf die Stadt zukommen: "Es könnte sein, dass uns die Wasserqualität in den nächsten Jahren auf die Füße fällt", gab er zu bedenken. Denn die Anforderungen würden immer höher. "Was nützt es uns dann, wenn wir in die Nebenanlagen investieren und die Badebecken nicht mehr nutzen können?" Sinnvoller wäre es deshalb "Nägel mit Köpfen zu machen" und in Filter und Umwälzpumpen zu investieren.

"Ob die Projekte alle überhaupt förderfähig sind, können wir noch nicht einschätzen."

Bürgermeister Karsten Ruth

Hier könnten allerdings Größenordnungen von bis zu eineinhalb Millionen Euro im Raum stehen, gab er zu bedenken. "Besonders unter dem Hinblick, dass das Bad eine freiwillige Aufgabe ist, ist das ein großer Posten."

Aufgenommen wurde der Vorschlag dennoch, genauso wie weitere Projekte. Mehrere davon betreffen das Kalbenser Kulturhaus. Gerade hier hatte die Stadt in den vergangenen Jahren massiv profitiert. Mehrere 100000 Euro Fördergeld aus dem Leaderprogramm war unter anderem in die Fassade, die Künstlergarderobe und den großen Saal geflossen. "Und auf dieses Pferd wollen wir weiter setzen", betonte Ruth. Mögliche Projekte wären hier eine Abtrennungsmöglichkeit im großen Saal, inklusive eines Heizungsumbaues in zwei Kreise. Als weitere Wünsche notierten die Stadträte die Neugestaltung des Eingangsbereiches und der Freilichtbühne. Dort, so Ruth, seien dringend Pflasterarbeiten nötig, da es viele Stolperfallen gebe.

Ob diese und weitere Projekte (siehe Zusammenstellung im Infokasten) überhaupt förderfähig sind, "können wir aber noch nicht einschätzen", das müsse durch das Leader-Management noch geprüft werden, erinnerte Ruth im Gespräch mit der Volksstimme. Und natürlich hänge eine Umsetzung in erster Linie von den Finanzen ab. Nicht nur von den eigenen - derzeit sei der städtische Haushalt ohnehin noch nicht zu überblicken - sondern auch von den Förderstrukturen. Noch steht nämlich gar nicht fest, welche prozentual Förderung gewährt wird. "Möglicherweise fällt bei einigen Töpfen auch die Förderung der Mehrwehrtsteuer weg", die dann von der Stadt allein übernommen werden müsste, befürchtet Ruth.

Dennoch müsse die Stadt natürlich darlegen, in welche Richtung die Wünsche gehen. Und deren Aufstellung stimmte der Hauptausschusses am Donnerstag einhellig zu.