Gardelegen (cah) l Carsten Roßberg aus Gardelegen betreut in privater Initiative seit drei Monaten eine Flüchtlingsfamilie aus Bosnien. Er war Gast der Sozialausschusssitzung am Dienstag und erhielt zu den Themen Integrationsbeauftragter und Flüchtlingsproblematik Rederecht im Ausschuss.

"Ich habe das ganz einfach gemacht. Ich bin hingegangen, wir haben uns unterhalten und ich versuche seitdem, mit der Familie ganz alltägliche Fragen zu klären", schilderte Carsten Roßberg. Einkäufe, Arztbesuche, Termine machen - das seien einige Dinge, die er gemeinsam mit seiner Frau und der bosnischen Familie in Angriff genommen habe.

Beruflich sei er im Jugendförderungszentrum tätig, das sich auch um die Integration von Ausländern bemühe, etwa durch den Jugendclub Mood. "Wir haben drei Schüler, mit denen wir täglich unter anderem die Hausaufgaben machen. Ich hole die Kinder jeden Tag von der Karl-Marx-Schule ab. Einige Kinder erlernen bei uns auch ein Instrument, und dann sitzen Bosnier neben Syrern zusammen, und wir Gardeleger mittendrin, ganz gleich, ob sie einen Bescheid oder einen Titel haben. Ich denke es tut uns allen gut, wenn wir uns um Menschen kümmern, denen es schlecht geht", betonte Roßberg. Denn es könne schließlich niemand etwas dafür, wo und wann er geboren wird. "Ich schlage vor, in der Stadt einen Integrationsbeauftragten als Anlaufpunkt zu etablieren", sagte Roßberg.

Darüber jedoch wurde im Sozialausschuss nicht beraten. Der Ausschuss nahm die Informationsberichte von Hans Thiele, Dezernent in der Kreisverwaltung, zur Asylbewerberproblematik zur Kenntnis.