Als leistungsstarke und motivierte Truppe hat sich die Kalbenser Feuerwehr im vergangenen Jahr bewiesen. So fasste Wehrleiter Ramón Rulff den Einsatz der freiwilligen Kameraden bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend zusammen.

Kalbe l Das ausdrückliche Lob des Kalbenser Ortswehrleiters Ramón Rulff galt am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus der aktiven Truppe der Ortsfeuerwehr und ihrer angeschlossenen Löschgruppen Bühne, Vahrholz und Karritz/Neuendorf.

Seine deutliche Kritik ging in Richtung Kommunalpolitik. So bemängelte Rulff in klaren Worten, dass der weitreichende Einsatz der freiwilligen Kameraden, angefangen von Rettungseinsätzen über technische Hilfeleistungen und Löscheinsätze bis zur Organisation und Unterstützung von gesellschaftlichen Veranstaltungen, nicht wahrgenommen beziehungsweise geschätzt werde. Statt dessen "kommt es dazu, dass Diskussionen geführt und Investitionen getätigt werden, die aus fachlicher Sicht nicht nachvollziehbar sind", klagte er an.

Er stelle "in der Gemeinde teilweise ein Vogelnest-Phänomen fest", sagte Ramón Rulff. "Diejenigen, die den Schnabel am weitesten aufreißen, am lautesten schreien oder sich im Nest so richtig breit machen, erhalten die Gelder", zog er als Vergleich heran. Geschlossen unterstützt wurde er in seiner Einschätzung durch die Kameradinnen und Kameraden, die mit anhaltendem Klopfen auf die Tische reagierten. "Gemeinde und Stadtwehrleiter müssen es endlich schaffen das Aufrüsten einiger Ortswehren zu unterbinden, um zukünftig zentrale Stützpunkte zu fördern", betonte Rulff.

Zum Einsatzgeschehen im zurückliegenden Jahr listete der Ortswehrleiter für die Kalbenser Kameraden 17 einfache technische sowie fünf schwere Hilfeleistungen auf. Fünfmal wurde die Ortswehr der Mildestadt alarmiert, um Brände zu löschen. Zu drei externen ABC-Einsätzen wurden die Kameraden gerufen. Zur Aufzählung fügte Ramón Rulff auch noch zwei Fehlalarmierungen sowie zwei Einsatzübungen hinzu.

"Erfahrung ist die beste Qualifikation"

Ramón Rulff

Als besonders einprägend wertete Rulff dabei die Explosion einer Scheune in Vahrholz. Die Art des Schadensereignisses und die persönliche Tragödie der Betroffenen und der Anwohner hätten sich sehr auf die Kameraden ausgewirkt.

Wie wichtig ein hoher Ausbildungsstand und Routine sind, habe hingegen der Brand eines Wohnhauses in Jeetze gezeigt. "Erfahrung ist die beste Qualifikation, die ein Feuerwehrkamerad erlangen kann", zog der Ortswehrleiter als Fazit aus diesem Einsatz.

Alle Einsätze zusammengenommen rückten 553 Kameraden aus. Die durchschnittliche Mannschaftsstärke lag bei 16 Feuerwehrmännern beziehunhsweise -frauen je Einsatz. Meist waren jedoch mehr Kameraden vor Ort, als die mindestens erforderliche Mannschaftsstärke.

Neben Ausbildungsdiensten und Fortbildungen fanden 2014 auch drei Objektbegehungen durch die Feuerwehrleute statt. "Die Kameraden wurden durch Betriebsangehörige über das mögliche örtliche Gefahrenpotenzial informiert und wurden in den betrieblichen Brandschutz eingewiesen."

Das Fest zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr sowie die Unterstützung von Veranstaltungen der Künstlerstadt, des Schwimmbadfestes oder des Entenrennens nannte Rulff in der Reihe der Veranstaltungen, die 2014 zum gesellschaftlichen Leben gehörten.

Abschließend wurden zahlreiche Mitglieder der Kalbenser Ortswehr und der angeschlossenen Löschgruppen befördert (siehe Info-Kasten).

 

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