Viele Hottendorfer wählten Mandy Zepig, viele Miester Kai-Michael Neubüser, viele Potzehner Peter Kapahnke - die drei Kandidaten mit den besten Ergebnissen. Die Gardeleger entschieden sich vielfach für die Kandidaten, die in ihrer Nähe wohnen. Parteien spielten kaum eine Rolle. Es war eine reine Personenwahl.

Gardelegen l Viele Stimmen aus ihren Heimat- beziehungsweise Wohnorten bekamen die fünf Gardeleger Bürgermeisterkandidaten bei der Wahl am Sonntag. In sechs der sieben Gardeleger Wahllokale sowie bei der Briefwahl holte SPD-Bürgermeisterkandidatin Mandy Zepig mehr als 50 Prozent der Stimmen, Spitzenwerte gelangen ihr mit 76,9 Prozent der Stimmen in ihrem Heimatort Hottendorf, in Ackendorf (66 Prozent) und Jävenitz (58 Prozent). Ihre schlechtesten Ergebnisse fuhr Zepig, die insgesamt 43,9 Prozent der Stimmen und damit das beste Ergebnis aller fünf Kandidaten erhielt, in Wernitz (12,4 Prozent), Sichau (12,9 Prozent) und Mieste (13) Prozent ein.

Neubüser in Gardelegen zwischen 19 und 27 Prozent

Dort war dagegen CDU-Kandidat Kai-Michael Neubüser deutlich vorn. In Mieste, wo Neubüser Ortsbürgermeister ist, erhielt er 478 Stimmen und damit 70,7 Prozent. 64,3 Prozent der Stimmen erhielt der Wernitzer in seinem Wohnort, 57,6 Prozent in Dannefeld. In den sieben Wahllokalen in Gardelegen erreichte Neubüser Werte zwischen 19,3 und 27,2 Prozent und damit deutlich weniger Stimmen als Zepig. Nur sechs Stimmen, gerade einmal 4,1 Prozent, erhielt der CDU-Mann in Potzehne.

Dort hatte niemand gegen Lokalmatador Peter Kapahnke, der als Einzelbewerber antrat, eine Chance. 103 Stimmen und damit 70,5 Prozent bekam der Parleiber, der ein Gesamtergebnis von 14,2 Prozent erzielte, in seinem Wahllokal. Auch in Roxförde erreichte Kapahnke mit 44 Prozent der Stimmen einen hohen Wert sowie in den umliegenden Dörfern wie Jeseritz (38,9 Prozent), Wannefeld (35,2 Prozent), Letzlingen (30,3 Prozent).

Einzelbewerber Stephan Mertens bekam in seinem Wohnort Seethen seinen Spitzenwert mit 35 Prozent, in Lindstedt noch 23 Prozent. Nur eine einzige Stimme erhielt der Mann mit dem viertbesten Wahlergebnis in Sichau, zwei in Potzehne.

Dirk Kuke mit bestem Ergebnis in Zichtau

In Zichtau erzielte Einzelbewerber Dirk Kuke, der in Weteritz lebt, mit 12 Prozent sein höchstes Ergebnis, in Peckfitz und Sachau erhielt er dagegen gar keine Stimme. In den städtischen Lokalen lag er zwischen sechs und zehn Prozent. Sein Gesamtergebnis war das schwächste aller Kandidaten: 5,9 Prozent.

Bei der insgesamt schwachen Wahlbeteiligung von 44 Prozent gab es große Unterschiede zwischen Stadt und Dörfern. Nur in einem einzigen städtischen Wahllokal, der Kita Krümelkiste, gingen 45,9 Prozent der Berechtigten zur Wahlurne. In den anderen sechs waren es deutlich weniger, in drei Lokalen sogar nur ein Drittel, das von seinem Wahlrecht Gebrauch machte.

Viele Wähler in Wernitz, Seethen und Potzehne

Anders die Situation auf den Dörfern, wo es in einzelnen Orten deutlich bessere Werte gab. Spitzenreiter war Wernitz, wo von 187 Wahlberechtigten 129 und damit 69 Prozent wählten. In Potzehne waren es 67,9 Prozent, in Seethen 65 Prozent. Den absolut niedrigsten Wert erreichte das Wahllokal an der Otto-Reutter-Grundschule, wo nur 26,5 Prozent der Wähler kamen. Auch in Sichau war die Wahlunlust am Sonntag groß: 27,8 Prozent Wahlbeteiligung.

Bei den Landratswahlen spiegelt sich die stimmliche Überlegenheit von Amtsinhaber Michael Ziche (CDU) vor allem in Köckte (81,6), Sichau (80,6) und Algenstedt (81,3) wider. Dort holte er fast erdrutschartige Siege.

Ansonsten zeigt sich das eindeutige Votum im Altmarkkreis auch in der Einheitsgemeinde Gardelegen. Nur dreimal blieb der Landrat dort unter 60 Prozent. Sein schlechtestes Ergebnis erreichte Ziche in Kloster Neuendorf. Dort waren es aber immerhin noch 37 Prozent. In Berge waren es 58,4 Prozent und in Potzehne 56. Sein Gegenkandidat Andreas Höppner (Die Linke) schnitt besonders schwach in den CDU-Hochburgen Köckte und Sichau ab, wo er wie in Schenkenhorst entsprechend unter 20 Prozent holte.

Im Trend mit den meisten anderen Kandidaten war Höppner auch in seinem Heimatort am erfolgreichsten. In Kloster Neuendorf, wo er derzeit Interimsortsbürgermeister ist, fuhr er mit 63 Prozent sein stärkstes Ergebnis ein. Gute Erfolge konnte er zudem in Potzehne mit 44 Prozent und in Berge mit 41,6 Prozent erzielen.

Den gesamten Überblick über die Ergebnisse finden Sie auf Seite 17.