Das Gardeleger Tierheim hat weiterhin Probleme. Vor allem an Geld mangelt es den Tierschützern. Sie bräuchten von der Stadt Gardelegen das Fünffache der bisherigen Unterstützung, sagte Vorsitzender Kurt Gewasda.

Gardelegen l Die Vorstandswahl des Tierschutzvereines geriet fast ins Hintertreffen. Denn die finanziellen und personellen Probleme seien riesig, erklärte der Vorsitzende Kurt Gewasda den Mitgliedern. "Das halten wir bloß noch ein Jahr durch", sagte er.

Kalbe und vor allem Gardelegen bezahlten einfach zu wenig. Von Gardelegen erhalten die Tierschützer einen Pauschalbetrag von 12000 Euro pro Jahr. Das sind etwa 50 Cent je Einwohner. Kalbe zahlt dagegen fast 10000 Euro und damit etwa 1,25 Euro pro Bürger.

"Wir müssen aber auch irgendwann schlafen."

Petra Gewasda

"Wenn sie 2,50 Euro bezahlen würden, könnten wir zwei Mann beschäftigen", meinte Kurt Gewasda. Denn ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre im Tierheim schon lange das Licht ausgegangen. "Ihnen verdanken wir, dass wir so lange durchhalten konnten", sagte Gewasda.

Ein weiterer Kritikpunkt: Bislang fangen die Tierheimmitarbeiter freilaufende Hunde ein. Eigentlich sei das Tierheim dafür aber gar nicht zuständig. "Die Verwaltung hat den Vertrag nicht richtig gelesen", sagte Gewasda. "Die rufen nach 22.30 Uhr an. Wir müssen aber auch irgendwann schlafen", fügte seine Frau Petra Gewasda hinzu.

"So explizit steht das in dem Vertrag nicht drin", bestätigte Fachbereichsleiterin Birgit Matthies. Das Ordnungsamt rufe das Tierheim etwa vier bis fünfmal pro Jahr zu Hilfe. "Für uns sind das die Experten. Das können wir nicht selber", sagte Matthies. Der Verwaltung fehlten dafür Fahrzeug, Ausrüstung und Fachkenntnis. Zudem seien die Tiere manchmal nicht ungefährlich, und die Tierschützer wüssten einfach, wie sie Hunde ansprechen und einfangen.

Die Verwaltung habe außerdem zugesichert, die Kosten für diese Fahrten zu übernehmen, kritisierte Gewasda. Bislang hätte Gardelegen allerdings nichts bezahlt.

"Wenn das Tierheim eine Rechnung stellt - so und so viele Fahrten, zu der und der Uhrzeit - natürlich bezahlen wir die", erklärte Birgit Matthies. Aber bislang sei das noch nicht passiert, und ohne Rechnung könne die Stadt nicht bezahlen.

Mit dem Verein soll es bald weitere Gespräche auch in Hinblick auf den Personalmangel geben. "Wir wollen ein vernünftiges Miteinander mit der Tieraufnahmestation und versuchen, alles dafür zu tun", sagte Matthies. So beteilige sich die Stadt zur Hälfte an den Kastrationskosten für die Katzen. Insgesamt mussten die Tierschützer dafür 2014 mehr als 5000 Euro ausgeben.

Hinzu kamen, zählte Gewasda auf, fast 35000 Euro an Tierarztkosten, gut 5000 Euro für Futter und 3000 Euro Kosten für das Fahrzeug des Vereins. Insgesamt gaben die Tierschützer 2014 rund 82000 Euro aus. Auf der Einnahmenseite konnten sie aber nur rund 76500 Euro verbuchen. Neben den Anteilen der Städte bekamen sie Spenden in Höhe von gut 20000 Euro. Straftäter mussten per Anweisung vom Gericht insgesamt gut 3000 Euro überweisen.

"Wir haben mit Klötze nichts mehr zu tun."

Kurt Gewasda

Für dieses Jahr gibt es positive Nachrichten. So kommen vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Fördermittel von fast 10000 Euro. Davon soll die Teilüberdachung der Hundefreiläufe fertiggestellt werden. Außerdem sollen im Katzenhaus die Heizkörper ausgewechselt werden. Bis Ende Juni müssten die Arbeiten erledigt sein, erklärte Gewasda. Er wurde von den 15 anwesenden Mitgliedern am Sonnabend im Gardeleger Grillhaus einstimmig wiedergewählt. Im Vorstand wird er künftig unterstützt von Matthias Benze, Marianne Wigger und Birgit Gäde.

Desweiteren beschlossen die Mitglieder eine Namensänderung. Künftig heißt der Verein Tierschutzverein Gardelegen-Kalbe (Milde). Bislang trug er noch den Zusatz "Gardelegen-Klötze". "Wir haben mit Klötze nichts mehr zu tun", sagte Gewasda.