Nach dem Baugebiet am Gardeleger Kämmereiforst treibt die Verwaltung die Pläne für ein neues Wohngebiet in Jävenitz voran. Der Bauausschuss sprach sich für den Entwurf des vorzeitigen Bebauungsplanes aus. Ab Juli soll die Fläche erschlossen werden.

Jävenitz l Schon in einem Jahr könnten in Jävenitz am Wohnstandort Altes Dorf die ersten Häuser entstehen. Dazu empfahl der städtische Bauausschuss den vorzeitigen Bebauungsplan einstimmig dem Stadtrat.

Entstehen wird Platz für zwölf Eigenheime. "Um eine Abwanderung, vor allem junger Leute, aus der Ortslage Jävenitz zu verhindern, ist eine Bereitstellung und Vorhaltung von baureifen Grundstücken zwingend erforderlich", heißt es im Entwurf.

Bei der Stadt Gardelegen liegen zurzeit vier Anträge zur Bereitstellung von Bauland vor. "Wir schaffen damit auch die Verbindung vom alten Dorf zur Bahnhofstraße", begrüßte Bürgermeister Konrad Fuchs die Planungen für diesen Bereich.

Grundstücke in einer Größe bis 1000 Quadratmetern

Bedenken zum Standort hatte der Ausschussvorsitzende Gustav Wienecke (Gemischte Fraktion) aufgrund einer möglichen Lärmbelästigung durch die angrenzende Bahntrasse. Fuchs entgegnete jedoch, "das dies dort überhaupt kein Problem ist, weil der Schall darüber hinweggeht". Es gebe schon zahlreiche Häuser in dem Bereich und dort keine Beschwerden. Angeboten werden sollen in Jävenitz Grundstücke in der Größe zwischen 500 und 1000 Quadratmetern. Das Plangebiet ist knapp 16 000 Quadratmeter groß. Eine Fläche gehört bereits der Stadt, zwei andere, die Privateigentümern gehören, werden zurzeit erworben. "Und das geht nur, weil auch zu vernünftigen Preisen verkauft wird", so Fuchs. So könnten den Häuslebauern voll erschlossene Grundstücke angeboten werden, "deren Preis sich im Rahmen hält". Fuchs: "Nur so können wir den Grundschulstandort Jävenitz stärken."

Erschließungskosten in Höhe von 370 000 Euro

Die Erschließungskosten für die Stadt belaufen sich laut Aussage von Bauamtsleiter Engelhard Behrends auf etwa 370 000 Euro. Zur Investition dieser Summe würde es dann eventuell einen Einzelbeschluss geben, sollte der Haushalt noch verabscheidet worden sein. Behrends geht davon aus, dass nach dem Beschluss zum Entwurf des vorzeitigen Bebauungsplanes durch den Stadtrat am 16. März dann die öffentliche Bekanntmachung und Auslegung der Pläne inklusive der Beteiligung der Träger der öffentlichen Belange erfolge.

So könnte der Rat dann in seiner Sitzung am 6. Juli den Bebauungsplan absegnen. Parallel würde dann mit der Auftragsvergabe zur Erschließung der Grundstücke begonnen werden. Mit der endgültigen Genehmigung der Planung rechnet Behrends spätestens Ende Oktober. Im Frühjahr könnten dann die ersten Interessenten mit dem Bau ihrer Häuser beginnen.

Eine kritische Anmerkung gab es zu dem Thema nur von Rudi Wolksi, der für die CDU-Fraktion als berufener Bürger im Ausschuss sitzt. Er könne nicht verstehen, warum das Gebiet Altes Dorf heiße, "denn mit dem Alten Dorf hat das nichts zu tun". Behrends betonte, dass die Verwaltung für andere Namensvorschläge offen sei.

Mit Blick auf Bauland in Jävenitz "sind wir gut aufgestellt, in anderen Orten haben wir größere Probleme", sagte der Bürgermeister.

Auf Anfrage teilte der Bauamtsleiter mit, dass es 2015 auch für Mieste und Letzlingen noch Pläne gibt. In Mieste soll die Bebauung im Ortseingangsbereich aus Wernitz kommend links erweitert werden. "Wir reden da auch ungefähr von zwölf Plätzen", sagte Behrends. Allerdings hat die Stadt die Flächen bislang noch nicht gekauft.

Auch in Letzlingen soll Bauland für Eigenheime geschaffen werden. "Da reden wir aber nur von ein paar Plätzen", sagte Behrends.