Kai-Michael Neubüser (CDU) und Mandy Zepig (SPD) wollen am morgigen Sonntag Bürgermeister von Gardelegen werden. Ab 18 Uhr können Zuschauer im Rathaussaal die einlaufenden Ergebnisse der Stichwahl verfolgen.

Gardelegen l 222 ehrenamtliche Helfer in den 37 Wahllokalen, "und darunter viele Frauen", werden am morgigen Sonntag, am Frauentag, dafür sorgen, dass die Bürgermeisterstichwahl in Gardelegen vonstatten gehen kann, berichtete gestern Heidi Wiechmann, die in der Verwaltung für die Vorbereitung von Wahlen zuständig ist. Von der Stadtverwaltung sind ab morgen früh 15 Mitarbeiter im Einsatz. Die Wählerverzeichnisse wurden gestern Nachmittag gedruckt. Für jedes Wahllokal hat Sabine Gladow, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, einen Koffer mit den Unterlagen zusammengepackt.

Die meisten Wahlberechtigten in den Dörfern gibt es in Mieste und Letzlingen. Sachau ist der kleinste Wahlbereich mit knapp über 100 Wahlberechtigten. Die Kassiecker müssen wie vor zwei Wochen ins Wahllokal nach Algenstedt. Eines steht jedoch schon fest: am längsten wird am Sonntag wohl die Auszählung der Briefwahl dauern, auch, weil dort immer zwei Umschläge geöffnet werden müssen. "Wir hatten eine gute Beteiligung zur Stichwahl. Auch gestern sind noch viele Wähler ins Haus II gekommen, um vor Ort zu wählen", berichtete Wiechmann.

Bei der ersten Wahl am 22. Februar, als fünf Kandidaten angetreten waren, wurden 808 Briefwähler gezählt, "dieses Mal werden es deutlich mehr als 900 sein", schätzte Wiechmann ein. Ein Grund: Viele Briefwähler hatten sich bei der ersten Wahl gleich für die Option entschieden, dass sie sich bei einer Stichwahl die Unterlagen zuschicken lassen.

Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. Auf dem Stimmzettel werden die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge stehen, an erster Stelle somit Kai-Michael Neubüser, an zweiter Stelle Mandy Zepig. Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Stimme Mehrheit reicht einem der zwei Kandidaten zum Wahlsieg. "Wir hatten immer wieder Nachfragen aus Bevölkerung, warum es noch eine zweite Wahl gebe, da es bei der ersten doch schon ein Ergebnis gegeben habe", so Wiechmann.

Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht

Für Zepig hatten 43,9 Prozent der Wahlberechtigten gestimmt, für Neubüser 28,7 Prozent. Für einen Sieg im ersten Wahlgang hätte jedoch ein Kandidat 50 Prozent erreichen müssen. Daher muss morgen erneut gewählt werden. Erst dann steht fest, wer die nächsten sieben Jahre Bürgermeister der Hansestadt sein wird.

Am Sonntag laufen die Ergebnisse ab 18 Uhr in der Verwaltung bei Wahlleiter Maik Machalz ein. Die Wahlvorstände in den Ortsteilen übermitteln ihre Zahlen telefonisch. Die Wahlniederschriften mit Angaben aller Wahlhelfer, der genauen Beschreibung des Wahllokals und den Ergebnissen werden am Sonntagabend und im Laufe des Montagvormittags entgegengenommen.

Wenn im Rathaus alles zusammenläuft, ist auch Publikum wieder willkommen: zum Wahl-Public-Viewing, das beim vergangenen Mal gut besucht war. Dort werden auch die zwei Kandidaten die einlaufenden Wahlergebnisse und den Stand der Auszählung verfolgen. Wer nicht dabei sein kann, findet die Wahlergebnisse im Laufe des Sonntagabends auf www.volksstimme.de/stichwahlamk15 und auf der Stadt-Internetseite www.gardelegen.de. Während die Bürgermeisterwahlergebnisse vor zwei Wochen gegen 20 Uhr feststanden, wird morgen damit deutlich eher gerechnet, da nur die Stichwahl ausgezählt werden muss, und nicht, wie am 22. Februar, zunächst die Ergebnisse der Landratswahl.

Beide Kandidaten hoffen morgen auf eine höhere Wahlbeteiligung. Die lag am 22. Februar bei 44 Prozent. Die höchste Wahlbeteiligung gab es in Potzehne (67,9 Prozent), die niedrigste im Hort der Reutter-Grundschule (26,5 Prozent).

Alle Wahlunterlagen werden ab kommender Woche im Stadtarchiv gelagert. "Das sind mehrere Tonnen Papier", so Wiechmann. Vernichtet werden dürfen sie frühestens sechs Wochen vor der nächsten Bürgermeisterwahl in Gardelegen.

Am Mittwoch, 11. März, tagt der Wahlausschuss, der das endgültige Wahlergebnis feststellen wird.

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