Gardelegen (cah) l Am 13. April jährt sich zum 70. Mal das Verbrechen an der Feldscheune Isenschnibbe: Über 1000 KZ-Häftlinge, überwiegend aus den Außenlagern des KZ-Mittelbau Dora, wurden damals in der Feldscheune von Nationalsozialisten bestialisch ermordet.

Zum 70. Jahrestag hat der Förderverein der Mahn- und Gedenkstätte ein umfangreiches und würdiges Programm vorbereitet. Neben der zentralen Gedenkveranstaltung am 13. April gehört dazu ein Gedenkmarsch am 12. und 13. April, informierte Torsten Haarseim vom Förderverein. 74 Jugendliche vom Gardeleger Gymnasium, von der Miester Sekundarschule, vom katholischen Eichendorff-Gymnasium Wolfsburgund der Pfadfindergruppe Mieste werden die Route der Todesmärsche der Häftlinge nachgehen. Begleitet wird sie dabei von einigen Gästen aus den USA, Niederlanden, Frankreich und Belgien. Darunter ist Jacqueline Chichery-Cartron aus Frankreich, deren Vater in Gardelegen ermordet wurde. Sie wird den letzten Weg ihres Vaters nachvollziehen. Außerdem ist Jacqueline Chichery-Cartron mit ihren 79 Jahren die älteste Teilnehmerin an dem zweitägigen Gedenkmarsch. Treffpunkt ist am 12. April um 10 Uhr in Mieste am Gedenkstein nahe des Bahnhofes. Von dort geht es entlang der B188 in Richtung Gardelegen. In Solpke führt der Weg nordwärts durch das Waldgebiet Hellberge. Danach geht es weiter über Breitenfeld nach Zichtau. Dort endet der 21 Kilometer lange Marsch. Am Abend wird Bürgermeister Konrad Fuchs aus dem Buch von Aimé Bonifaz "Häftling 20801" lesen.

Am 13. April werden sich die Teilnehmer auf eine 15 Kilometer lange Tour begeben. Der Weg führt über Wiepke, Estedt, Berge und Ackendorf nach Gardelegen. Auf dem Gelände der Mahn- und Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe beginnt dann um 17 Uhr die Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des faschistischen Massakers mit Kranzniederlegung an der Scheune und am Gräberfeld, Gedenkreden und Grußworte und einer ökumenischen Andacht.