Mehr Auswärtige als Gardeleger beteiligten sich am gestrigen Montag am Ostermarsch, der zur Mahn- und Gedenkstätte und später zum Rathausplatz führte. Dort fand eine Kundgebung statt - mit Themen der internationalen Politik.

Gardelegen l Unter dem Motto "Antimilitarismus ist eine Tugend" stand gestern der Ostermarsch der Friedensbewegung in Gardelegen, der auch der 262. Friedensweg der Bürgerinitiative Offene Heide war. Es war die große Politik, die bei der Kundgebung am Nachmittag durch Bundestagsmitglied Andrej Hunko (Die Linke) und die Gardelegerin Doris Dölz (Hauptvorstand des Demokratischen Frauenbundes) thematisiert wurde.

Es gebe keine militärische Lösung für die Ukraine und Russland, sagte Hunko. Und weiter: Er könne verstehen, dass sich Russland von der Nato immer eingekreist fühlte. Der Aachener sagte: "Die Ost-Erweiterung von Nato und EU ist ein Problem." Seiner Meinung nach habe die Ukraine nur eine Zukunft, "wenn sie ein neutrales Land bleibt". Außerdem sprach er sich klar gegen die Anschaffung von Kampfdrohnen aus, die die Bundesregierung plane.

An die Atombombenabwürfe in Japan vor fast 70 Jahren erinnerte Doris Dölz und sagte: "Die heutigen Atomwaffen haben noch ein weitaus größeres Potenzial. Kämpfen wir gemeinsam für die Abschaffung aller Atomwaffen."

Die Kundgebung auf dem Rathausplatz und ein Konzert einer Bremer Folkgruppe bildete den Abschluss des Friedensmarsches. Der hatte am Vormittag am Parkplatz am Friedhof begonnen. Von dort zogen mehr als 100 Teilnehmer, viele davon aus dem Raum Magdeburg, zur Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibber Feldscheune. Dort legten Landtagsmitglied Hans-Jörg Krause (Die Linke) und Gudrun Gerecke (Linke-Ortsverband Gardelegen) in Erinnerung an die Opfer des Massakers einen Kranz nieder. Danach verteilten die Teilnehmer Blumen auf den Gräbern. Für die musikalische Begleitung der Andacht sorgte der bekannte Musiker Martin Rühmann, unter anderem mit dem Titel "Versuche gut zu sein".

Zum Auftakt des Ostermarsches hatte der Kloster Neuendorfer Andreas Höppner (Die Linke) die Teilnehmer begrüßt und mit Blick auf das Gefechtsübungszentrum in Letzlingen gesagt: "Wir wollen nicht, dass dort für das Töten geübt wird."

   

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