Die 20. Trudel-WM in Jävenitz begann am Ostersonntag mit einem Rekord: 114 Starter schickten ein Ei ins Rennen. So viele wie nie zuvor.

Jävenitz l Mit einer Hand bedient Kay Demuth die Starterbox. Die fünf letzten Renneier purzeln über den grünen Teppich in die letzte, alles entscheidende Runde auf der Naturtrudelbahn am Jävenitzer Weinberg. Sie alle sind kampferfahren, haben die Vor- und Halbfinalläufe für sich entschieden. Doch mittlerweile sind allen Finalisten die Strapazen des Rennens anzusehen. Längst haben die bunten Rennanzüge Risse. Einige laufen nicht mehr ganz rund. Doch noch haben alle die gleiche Chance. Tapfer kämpfen sie sich an den johlenden Zuschauern vorbei. Die wissen längst, dass Moderator Martin Devrient wie immer Recht hatte, als er zu Beginn des Rennens versichert hatte, "dass die Wettkampfeier die Anfeuerungsrufe hören können" und motivieren ihren Favoriten. Dennoch bleiben vier schließlich auf der Strecke liegen. Sie haben ihr Bestes gegeben.

"Das Ei kommt aus dem Supermarkt und ist rund acht Minuten gekocht"

Andreas Kuschfeldt, Vater des Weltmeisters

Nur eines, in orangem "Trikot" mit der Startnummer 6, kommt erschöpft im Ziel an. Der Sieger der diesjährigen, 20.Trudel-WM steht damit fest: Es ist Julian Kuschfeldt aus Jävenitz. Stolz nimmt der Weltmeister den Pokal entgegen. Sein "Team" im Hintergrund gibt derweil Interviews und die Herkunft des Champions preis: "Das Ei kommt aus dem Supermarkt, natürlich Bodenhaltung, und es ist rund acht Minuten gekocht", verrät Andreas Kuschfeldt, Vater des Weltmeisters, und schließt damit auch gleich jeglichen Dopingverdacht aus. Denn laut internationaler Wettkampfregeln müssen die Eier nicht nur der Norm "IAJWEVODHGBM-10-MIAF" (International anerkanntes Jävenitzer Wettkampf-Ei vom original deutschen Huhn...") entsprechen, wie der Homepage der Eiertrudel-WM zu entnehmen ist. Sie dürfen auch nicht länger als 10 Minuten gekocht worden sein.

Und diese Anforderungen erfüllen am Sonntag natürlich auch die Eier von Liam Kühnast mit der Startnummer 69 im blauen Trikot und das ungefärbte naturbraune "Partnerei" der Startergemeinschaft Steffi Schulz und Mirko Dietrich, die die Plätze belegten. Zum Beweis müssen die Siegereier vor Ort verspeist werden. Auch das verlangen die Regeln.

Die hatten übrigens "am Ostersonntag anno 1993 eine Handvoll Burschen aus Jävenitz" erstellt. Aus Langeweile, wie der Webseite www.eiertrudel-wm.de zu entnehmen ist. Von Langeweile kann seit zwei Jahrzehnten am Ostersonntag allerdings keine Rede mehr sein. Zum Glück für alle Jävenitzer und Fans.

   

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