Gardelegen/Zichtau l "Ein Patentrezept gegen Blaualgen hat niemand." Norbert Bucklitsch, in der Stadtverwaltung unter anderem für die Freibäder zuständig, kann auch für die Saison 2015 keine Prognose abgeben, ob die Maßnahmen gegen den Blaualgenbefall im Zichtauer Waldbad ausreichend sind.

Die neue Saison steht quasi vor der Haustür. Der Fördverein Waldbad Zichtau plant für Sonnabend, 30. Mai, die Eröffnung mit einem zünftigen Piratenfest. So wie im vorigen Jahr, allerdings war gut drei Wochen nach der Eröffnung schon wieder Schluss mit den Badefreuden im Waldbad. Ende Juni musste das Bad aufgrund eines massiven Blaualgenbefalles geschlossen werden. Es blieb zu bis Anfang August.

Förderverein und Ortschaftsrat hoffen nun, dass die Saison 2015 besser verläuft. Und die Akteure hoffen auf entsprechende Hinweise, die ein Gutachten bringen soll. Das hat die Stadt in Auftrag gegeben. Drei Büros hätten ihre Angebote abgegeben. Ein Bremer Ingenieurbüro habe den preiswertesten Vorschlag unterbreitet, informierte Norbert Bucklitsch gestern auf Anfrage.

Das Büro werde mehrere Proben nehmen und auswerten. Heute werden dazu Mitarbeiter des Büros in Zichtau sein. Untersucht wird das Grundwasser im Waldbad, das Brunnenwasser, mit dem das Waldbad im vorigen Jahr gespeist wurde, sowie Sedimente. Die Proben sollen an mehreren Stellen entnommen werden.

Ausgehend von einer Beratung im Februar mit allen Beteiligten wird es für dieses Jahr eine wesentliche Änderung geben. Das Waldbad wird komplett mit Trinkwasser gespeist. Dazu wird der Wasserverband in dieser Woche den Anschluss reparieren, so Bucklitsch. Es gebe zwar einen Anschluss, der sei momentan aber nicht nutzbar für die Befüllung des Bades. Die Stadt rechne mit Kosten von etwa 20000 Euro. Im Gegenzug würde die Stadt in diesem Jahr bei den Stromkosten sparen, denn das Brunnenwasser habe mittels einer Pumpe gefördert werden müssen, was wiederum Stromkosten von etwa 14000 Euro verursacht hätte.

"Wir haben 2013 schon einmal das Bad mit Trinkwasser gefüllt. Damals hat es zwar auch Blaualgen gegeben, aber nicht so, dass wir das Bad schließen mussten", sagte Bucklitsch.

Darüber hinaus soll eine Bodenschicht abgetragen werden. Geplant ist zudem eine Bodenbearbeitung mit Kalk, der Phosphat binden soll.

In Sachen Wasserzirkulation sei man noch nicht sehr weit. Im Gespräch sei eine Öffnung des Grabens am Waldbad, der früher für ständige Frischwasserzufuhr gesorgt habe. Der Graben sei nach der Wende verrohrt worden. "Eine Entscheidung steht dazu noch aus. Wie gesagt, es gibt kein Patentrezept gegen die Blaualgen. Wir versprechen uns damit aber eine Besserung der Situation", stellte Bucklitsch klar.

Am kommenden Sonnabend, 25. April, startet der Förderverein Waldbad Zichtau einen Arbeitseinsatz im Waldbad. Das Aufgabenfeld ist recht umfangreich. Mit schwerer Technik soll die Bodenschicht abgetragen, der Kalk aufgetragen und der Beckenrand gestrichen werden.

Auch wenn die vielen bisher gelaufenen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätten, zeigte sich Zichtaus Ortsbürgermeisterin und Vorsitzende des Fördervereines, Astrid Läsecke, dennoch optimistisch. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es trotz alledem viele Menschen gebe, die den Förderverein in seinem Engagement für das Waldbad seit Jahren unterstützen würden.

Sie hofft auch für den Einsatz am Sonnabend auf viele Helfer. Beginn ist um 9 Uhr.