Die Gardeleger Selbsthilfegruppe "Wege aus der Angst" besteht bereits seit zehn Jahren. Das Jubiläum wurde am Dienstag im Rosen-Center gebührend gefeiert.

Gardelegen l Der Vereinsvorsitzenden und Gruppenleiterin Bärbel Köthke war anzusehen, wie sehr sie sich über die zahlreichen Besucher freute, die sich im Veranstaltungsraum des Rosen-Centers zur Festveranstaltung eingefunden hatten. Neben Mitgliedern der Selbsthilfegruppe waren auch Gäste der Einladung gefolgt, unter ihren Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs und der ärztliche Partner der Gruppe, Dr. Winfried Sporns, Leiter der Salus-Tagesklinik in Seehausen. Stellvertretend für die ganze Gruppe nahm die Leiterin zahlreiche Glückwünsche und Präsente entgegen.

Dr. Sporns, so Köthke in ihrer Ansprache, habe vor zehn Jahren die Anregung gegeben, auch in Gardelegen eine Selbsthilfegruppe "Wege aus der Angst" ins Leben zu rufen und ihr vorgeschlagen, die Leitung zu übernehmen. Sie habe nicht lange überlegen müssen, die Initiative zu ergreifen.

Die Gruppenleiterin ging in ihren weiteren Ausführungen auf den Zweck und die Bedeutung von Selbsthilfegruppen ein. Es gehe unter anderem darum, Einsamkeit zu überwinden, Beziehungen zu Menschen mit gleichen oder ähnlichen Problemen aufzubauen und zu vertiefen - und auf diese Weise Schwierigkeiten zu meistern. "Die Gruppenarbeit und die gemeinsamen Aktivitäten tragen dazu bei, die Lebenssituation zu verbessern."

Gruppe bedankt sich bei langjähriger Leiterin

Aber Bärbel Köthke betonte auch, dass die Selbsthilfegruppe kein Ersatz für die therapeutische Behandlung sei, sondern eine sinnvolle und notwendige Ergänzung dazu. Die Rednerin bedankte sich bei allen, die in den zehn Jahren die Arbeit der Selbsthilfegruppe unterstützt und begleitet haben.

Die Leiterin gab einen Rückblick auf Höhepunkte im Rahmen der Gruppenaktivitäten. Als Beispiele nannte sie die Ausflüge nach Salzwedel, Besuche im Drömling, gemeinsame Radtouren, einen Besuch im GÜZ Letzlingen sowie gelungene Weihnachtsfeiern und Vortragsveranstaltungen. "Das I-Tüpfelchen war unser Ausflug nach Berlin mit Besichtigung des Bundestages."

Konrad Fuchs fand ebenfalls lobende Worte: Jeder Mensch mache in seinem Leben schwierige Phasen durch. Der eine bewältige diese leichter als der andere. Nicht selten würden Probleme zu scheinbar unüberwindbaren Hürden. Angst werde dann zum allgegenwärtigen Begleiter. Es sei wichtig, dass Menschen mit gleichen Problemen sich gegenseitig helfen. An die Betroffenen und an die Gruppenleiterin gerichtet, sagte Fuchs: "Ich finde es unglaublich gut, was hier entstanden ist." Die Stadt Gardelegen unterstütze die Arbeit der Gruppe.

Abschließend bedankte sich Helga Wiesner im Namen der gesamten Selbsthilfegruppe bei der langjährigen Leiterin. Köthke freute sich über eine getöpferte Glocke und ein gemaltes Bild.