Der Kauf des neuen Hilfeleistungslöschfahrzeuges für die Kalbenser Wehr wird in diesem Jahr zu den wichtigsten Ereignissen gehören. Das schätzte Ortswehrleiter Jörg Kämpfer am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung der Wehr ein. Darüber hinaus zog er Bilanz über 2010 mit 30 Einsätzen und zahlreichen anderen Aktivitäten.

Kalbe. "Was ich heute hier erlebt und gehört habe, habe ich lange nicht erlebt. Ich muss sagen, mir fehlen fast die Worte", gestand der Vorsitzende des Gardeleger Kreisfeuerwehrverbandes, Ingo Kaufhold, am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der Kalbenser Ortswehr. Und das will bei Kaufhold schon etwas heißen, ist er doch bekannt als ein Mann der längeren und kämpferischen Reden. Fast sprachlos war Kaufhold ob der ausführlichen und inhaltsreichen Rechenschaftsberichte der einzelnen Abteilungsleiter, vor allem der Kinder- und Jugendwehrleiter, und der klaren Worte des Kalbenser Bürgermeisters Karsten Ruth. "Ich freue mich, dass die große Gemeinde Kalbe eine so gut funktionierende Wehr hat. Da braucht es den Bürgern hier nicht bange zu werden", betonte Kaufhold.

Zuvor hatte Ortswehrleiter Jörg Kämpfer das Jahr 2010 Revue passieren lassen. Die Wehr hat einschließlich der Löschgruppen in Bühne und Vahrholz 130 Mitglieder, davon 59 im aktiven Dienst. Darunter seien jedoch auch einige "Karteileichen", räumte Kämpfer ein. Diese Frage soll jedoch in absehbarer Zeit geklärt werden. Im Jahr 2010 haben die Kameraden 30 Einsätze absolviert. Darunter waren zwölf Brandeinsätze, zehn technische Hilfeleistungen, vier ABC-Einsätze und drei sogenannte böswillige Alarmierungen. Als Beispiele führte Kämpfer den Wohnhausbrand in Klein Engersen und vor allem den Einsatz nach dem eisigen Witterungseinbruch am Heiligabend an, als zahlreiche Bäume entlang der B 71 beseitigt werden mussten. "Wir hatten auch kuriose Einsätze, wie am 22. Mai", erinnerte Kämpfer. An diesem Tag hätten sich Mitarbeiter des Johanniter-Rettungsdienstes versehentlich auf der Toilette eingesperrt. Befreit wurden sie von den Kalbenser Kameraden. "Das war mal ein Einsatz zum Schmunzeln", gestand Kämpfer.

Darüber hinaus hat die Wehr im vorigen Jahr auch zahlreiche gesellschaftliche Aktionen organisiert oder begleitet, wie die Traditionsveranstaltungen Osterfeuer- und Maibaumfest. Ertragreich sei auch wieder die jährliche Schrottsammlung gewesen. Ein großes Lob gab es von Kämpfer für die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Kalbenser Jugendwehr und die Organisation des Orientierungsmarsches für Jugendwehren des Feuerwehrverbandes, der anlässlich des Jubiläums in Kalbe stattfand. Sehr schön sei auch die Busfahrt gewesen, die im vorigen Jahr nach Warnemünde führte.

Kritik gab es an der Arbeit der Löschgruppe in Bühne, deren Mitglieder am Freitagabend geschlossen fehlten. "Im Moment sieht das so aus, als ob die sich dort selber das Wasser abgraben. Es wäre aber schade um jede Wehr, die geschlossen werden muss", sagte Kämpfer. Ganz anders laufe dagegen die Löschgruppenarbeit in Vahrholz.

Für 2011 sei das wichtigste Ereignis die "Verjüngung des Fuhrparks", betonte Kämpfer. Ende dieses Jahres, spätestens Anfang 2012 werde das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20/16 im Kalbenser Gerätehaus stehen.

Nicht nachvollziehen konnte Kämpfer die Tatsache, dass es künftig keine Wehrleiterdienstberatungen auf Kreisebene geben wird. Das sei die einzige Möglichkeit gewesen, anstehende Probleme mit Kreisverantwortlichen zu klären.

Das sah auch Kreisfeuerwehrverbandschef Ingo Kaufhold so. "Das war eine wichtige Plattform für den Austausch auf Kreisebene. Ich werde mich von daher in den nächsten vier Jahren dafür einsetzen, dass es künftig im ganzen Kreis nur noch einen Kreisfeuerwehrverband geben wird", kündigte Kaufholz an.

Für die vielen Aktivitäten der Wehr dankte dann auch Bürgermeister Karsten Ruth. "Das ist mit Geld überhaupt nicht aufzuwiegen. Die Feuerwehr war auch 2010 für die Stadt wieder eine sichere Bank", betonte Ruth. Das neue Fahrzeug sei von daher auch kein Geschenk für die Wehr sondern eine Verpflichtung für die Stadt, eine Selbstverständlichkeit.

Leider, so Ruth, würden sich nicht alle Wünsche sofort erfüllen lassen. Erfüllt werden soll indes die Forderung der Wehr nach einem Zugang zu allen öffentlichen Gebäuden im Notfall. Dazu werde in der Verwaltung derzeit ein Schlüsselregister erarbeitet.

Ruth lobte zudem die Bereitschaft der Kalbenser Wehr, bei kommunalpolitischen Problemen mitzuwirken. Diese Hilfe werde auch in diesem Jahr benötigt, etwa beim geplanten Ausbau der Schulstraße oder bei der Lösung der Krähenfrage. Was die Löschgruppenproblematik anbelange, so werde weder der Bürgermeister noch der Stadtrat eine Wehr abwickeln. "Das geschieht nur dann, wenn es die Wehren selbst nicht hinbekommen", betonte Ruth.

Das bestätigte auch Stadtwehrleiter Dagobert Scheffschick. "Wir werden keine Wehr oder Löschgruppe schließen. Die aktiv sind, werden auch Bestand haben. Wo nichts passiert, werden wir allerdings kein Geld reinstecken", stellte Scheffschick klar.