Die Bauaufträge für den Ausbau des Dannefelder Dorfgemeinschaftshauses sind vom Gemeinderat Dannefeld vergeben worden. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Ortsbürgermeister Wilfried Kuhrs sprach gestern von einer Investitionssumme von 117 000 Euro. 110 000 Euro bringt Dannefeld nach Volksstimme-Informationen in die neue Einheitsgemeinde mit. Inzwischen ist um den Bau ein Streit entbrannt.

Dannefeld. Es sei ein "nettes Gespräch" gewesen, sagte Bürgermeister Konrad Fuchs gestern Nachmittag nach einer Besprechung mit Ortsbürger- meister Wilfried Kuhrs und dessen Stellvertreter Andreas Finger zum Dannefelder Dorfgemeinschaftshaus. Dennoch: Konrad Fuchs wirkte gestern reichlich entnervt. Entgegen der ursprünglichen Annahme, die Bauaufträge für den Ausbau des Dorfgemeinschaftshauses in Dannefeld seien noch nicht vergeben worden, habe der Dannefelder Rat die Aufträge im Dezember erteilt.

Wären die Aufträge noch nicht erteilt gewesen, hätte Fuchs das Projekt in den Gardeleger Ratsgremien diskutieren lassen – bevor Aufträge ausgeöst worden wären.

Als Problem stelle sich die finanzielle Lage der Stadt dar. "Es ist doch nicht so, dass ich es jemandem nicht gönne", sagte Fuchs. Aber angesichts eines derzeitigen Haushaltsdefizites von 3,5 Millionen Euro sieht er die Stadt im Sparzwang. Fuchs resigniert: "Ich bin nicht mehr bereit, darüber zu reden, wofür Geld ausgegeben werden muss." Keiner der Politiker komme mit Vorschlägen, "wo wir sparen können". Die derzeitige Situation sei für ihn "unbefriedigend".

Fuchs fragte, wer künftig für die Betriebskosten aufkommen werde. "Bezahlt das dann der Ortschaftsrat?", so Fuchs. Er kündigte eine rechtliche Prüfung bezüglich des geplanten Ausbaus an. Eventuell komme das Thema dann doch in die Ausschüsse.

Nach Informationen der Redaktion rechnet die Stadt mit einem erheblichen Zuschussbedarf für den Ausbau: Statt der 110 000 Euro, die Dannefeld in die Stadt mitbrachte, seien 60 000 bis 70 000 Euro mehr notwendig. Wilfried Kuhrs berichtete gestern aber, die Investitionssumme der letzten Ausschreibung betrage zirka 117 000 Euro. Auch Andreas Finger bestritt den Zuschussbedarf vehement.

Ursprünglich wollte die Gemeinde Dannefeld das Gebäude für zirka 300 000 Euro ausbauen lassen. Nachdem die Kommunalaufsicht den Kreditantrag der Gemeinde aber abgelehnt hatte, wurde das Bauvorhaben in deutlich abgespeckter Version ausgeschrieben. Das Ergebnis: rund 180 000 Euro – zu teuer für den Dannefelder Rat. Deshalb war noch einmal ausgeschrieben worden. Das Ergebnis habe zirka 117 000 Euro betragen. Für diese Summe seien dann auch die Bauaufträge vergeben worden, sagte Kuhrs. Die Betriebskosten für das Dorfgemeinschaftshaus hätte die Gemeinde Dannefeld getragen, wenn sie selbstständig geblieben wäre. "Jetzt sind wir Stadt Gardelegen, und warum soll sich das denn jetzt ändern?", fragte er. Die Steuergelder aus Dannefeld bekomme die Stadt doch auch, unter anderem die spürbar gestiegenen Grundsteuern. Sicher werde die Gebührensatzung für das Gebäude überarbeitet und die Nutzungsgebühr erhöht. Wenn die Gebühren zu hoch seien, gehe aber niemand mehr hin, gab Kuhrs zu bedenken: "Dann wird es noch teurer."

Im Rahmen der öffentlichen Debatte hatten die Dannefelder Ratsmitglieder immer wieder betont, der Bau sei langfristig geplant und kein Schnellschuss vor der Gebietsreform gewesen. Eine Grundstücksangelegenheit habe den Bau verzögert.

Dannefeld hat zwar einen kleinen Saal im Feuerwehrhaus. Der Saal ist aber nur über eine Treppe zu erreichen, die für die älteren Einwohner schwer zu bewältigen sei, hatte der Rat argumentiert. Zudem befänden sich die WCs im Untergeschoss. Der Saal im Feuerwehrhaus biete nicht genügend Platz für größere Feiern oder Feste. Um das kulturelle Leben zu bereichern, sollte deshalb das Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut werden.

Gut ausgebaute Dorfgemeinschaftshäuser gibt es im nahegelegenen Peckfitz und Köckte – das ist auch im Gardeleger Rathaus bekannt.