In Zeiten leerer Kommunalkassen ist Eigeninitiative so wichtig wie nie. Fördervereine werden zum Rettungsanker für so manche gute Einrichtung. Seit rund eineinhalb Jahren profitiert auch der Fußballernachwuchs in Gardelegen von seinem Förderverein. Denn ohne den Einsatz seiner Mitglieder wäre der Fußball vor Ort wohl schon lange keine runde Sache mehr.

Gardelegen "Jedes Kind, das Fußball spielt, macht keine Dummheiten", sagt Jens Bombach schmunzelnd. Der Leiter der Sektion Fußball beim Gardeleger SSV 80 weiß, wovon er spricht. Er kennt seine jungen Kicker natürlich alle. Und er weiß, dass sie im Verein gut aufgehoben sind. Denn die Jungs und Mädchen betätigen sich nicht nur sportlich - wichtig in einer Zeit, in der viele Kinder mit Übergewicht und Bewegungsarmut groß werden - sondern sie lernen neben den sportlichen Aktivitäten schließlich auch, was Teamgeist und Kameradschaft bedeuten. Mit jedem Erfolgserlebnis wächst zudem das Selbstvertrauen der Kinder. So lässt sich manch andere negative Erfahrung ausgleichen.

Kein Wunder, dass der Nachwuchsfußball in Gardelegen großen Zuspruch bei den Kindern findet. Zehn Jugendmannschaften gibt es derzeit im Sportverein. Sechs spielen auf Landes-, vier auf Kreisebene, sagt Bombach stolz.

Doch dafür, dass die Kinder an Auswärtsspielen teilnehmen können und im Training vernünftige Bedingungen vorfinden, wird Geld benötigt. Fahrtkosten, Sportgeräte oder auch die Ausbildung der Trainer müssen bezahlt werden. Und genau das macht kleinen lokalen Sportvereinen wie dem SSV 80 aktuell große Sorgen. "Die Landeszuweisungen werden wohl weniger, die Zuweisungen von der Stadt werden ganz sicher weniger", sagt Jens Bombach. Mit den Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Vereinsbeiträgen oder Spenden sind diese Verluste indes nicht auszugleichen. So wird der 2009 gegründete Förderverein immer wichtiger. "Ohne dessen Unterstützung hätten wir schon Probleme", macht Bombach klar. Und das wird mit abnehmenden Fördermitteln künftig wohl zunehmend gelten.

Genau deshalb wünschen sich die Mitglieder nun möglichst viele weitere Unterstützer. Dabei sind Fußballfans und Lokalpatrioten natürlich insbesondere angesprochen. Das beste Beispiel ist hier wohl der Vereinsvorsitzende Maik Niebuhr, der den Förderverein seit der Gründung leitet. Er sei schließlich Unternehmer, erzählt er, "und die durchlaufen ja bekanntermaßen drei Phasen: die Gründungsphase, die kapitalistische Phase und die soziale Phase." Dort sei er nun mittlerweile angekommen, so Niebuhr augenzwinkernd: "Außerdem bin ich ein echter Gardelegener Junge." Für ihn sei es deshalb wichtig, sich direkt in seinem Heimatort zu engagieren.

Und das Ergebnis spricht für sich. So wurde mithilfe des Fördervereines im vergangenen Jahr nicht nur der Trainings- und Wettkampfbetrieb gefördert, sondern auch überdachte Trainerbänke und eine Walze für den Fußballplatz angeschafft.

Doch auch in Zukunft muss der Verein investieren. Die vielfach geflickten Ballfangnetze am Platz müssten zum Beispiel durch Zäune ersetzt, neue Umkleidekabinen gebaut und die Flutlichtanlage verbessert werden.

Mit Bombach als Stellvertreter und gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied Andreas Brendtner will Niebuhr deshalb künftig noch mehr für den Förderverein werben. Natürlich auch und vor allem, um den fußballbegeisterten Kindern in Gardelegen weiterhin ein sicheres Training, gute Wettkampfbedingungen und somit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten.

Wer dabei helfen will, kann dies mit einem Jahresbeitrag von nur 25 Euro tun. Und wer sich über die Arbeit des Fördervereines informieren möchte, ist am Montag, 14. März, ab 18 Uhr im Gardeleger Schützenhaus herzlich zur Jahressitzung willkommen.