#NULL#Der Kalbenser Stadtrat hat sich eindeutig für den Erhalt des Freibades ausgesprochen. Dies ist ein Signal an alle, die sich ehrenamtlich für die Einrichtung engagieren wollen. Allerdings gingen dem Beschluss Diskussionen voraus. Denn das Freibad ist nicht kostendeckend zu betreiben.

Kalbe. Der Beschluss stand nicht auf der Tagesordnung. Dennoch haben die Mitglieder des Kalbenser Stadrates am Donnerstagabend mit eindeutiger Mehrheit für den Erhalt des Freibades gestimmt.

"Jüngste Aussagen haben zu Irritationen geführt. Besonders bei den Gewerbetreibenden." Deshalb, so Bürgermeister Karsten Ruth, sei das Freibad nun Thema. Die Gewerbetreibenden, die für 2 500 Euro eine neue Rutsche im Bad installieren lassen wollen und die auch den Erlös des diesjährigen Entenrennens ins Freibad investieren möchten, hatten während ihres Treffens am 16. Februar verunsichert reagiert. Denn zuvor hatte Grünbereichskoordinator Uwe Wolff öffentlich gemacht, wie viel es nach Meinung von Fachleuten kosten würde, das Bad neuesten Standards anzupassen. Von 1,4 Millionen Euro war da die Rede. Das Geld könnte die Stadt nicht aufbringen. Auch nicht die 400 000 Euro für ein modernes Naturbad.

Auch diejenigen, die einen Förderverein gründen wollten, der sich dann unter anderem für den Erhalt des Freibades engagiere, bräuchten laut Bürgermeister ein klares Signal vom Stadtrat. Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass es sich bei der Einrichtung um die einzige ihrer Art in der Einheitsgemeinde handele und dass sie auch dem Schulsport diene. Die Grundschüler nehmen dort am Schwimmunterricht teil. "Leider", so Ruth, "lässt sich das Freibad nicht kostendeckend betreiben." Im vergangenen Jahr hätten laut Kämmerin Ingrid Bösener 45 000 Euro an Ausgaben 5 000 Euro an Einnahmen gegenübergestanden. "Genau deshalb", so Ratsmitglied Otto Wienecke (Packebusch), "habe ich ein Problem damit, mich zu positionieren." Am Ende plädierte aber auch er dafür, "das Bad im Rahmen unserer Möglichkeiten zu erhalten", wie es der Stadtratsvorsitzende Gerhard Gansewig formulierte.

Ob die flammende Rede des Kalbenser Ortsbürgermeisters Dr. Helmut Bender dazu beigetragen hat? Der hatte nämlich zuvor die Frage in den Raum gestellt: "Wollen wir aus Kalbe ein Nichts machen?" Genau das drohe, wenn jede freiwillige Leistung eingestampft werde. "Seit dem Jahr 2000 steht das Ding zur Diskussion. Wir machen es dicht, hieße im Umkehrschluss, dass wir uns aufgeben. Dabei würden wir unser Haushaltsloch damit nicht stopfen können. Solange sich am Finanzausgleichsgesetz nichts ändert, ändert sich auch nichts an der Finanzsituation der Kommunen", so Bender. Auch Mathias Graf mahnte vor ausufernder Diskussion. Und Gerhard Gansewig betonte: "Ohne diese Willensbekundung würden wir großen Schaden anrichten." Am Ende gaben fast alle Abgeordneten ihr Votum für den Erhalt des Freibades ab. Nur Ulf Kamith, Steffen Lötge (beide Kakerbeck) und Wilfried Hartmann (Engersen) enthielten sich.