Diabetes ist weit verbreitet. Schätzungen gehen von acht bis zehn Millionen erkrankten Menschen aus. Das Gardeleger Altmark-Klinikum informiert beim neunten Diabetestag über die Leistungen des Klinikums, in Vorträgen gibt es Tipps zum Umgang mit der Krankheit, Hersteller von Hilfsmitteln präsentieren sich ebenfalls.

Von Philip Najdzion

Gardelegen. Fast jeder zehnte Deutsche ist diabeteskrank. "Das ist eine Volkskrankheit", sagte Diabetologe Hjalmar Koppatz vom Gardeleger Altmark-Klinikum. Die Zahl der Patienten steige ständig an. 95 Prozent leiden am Typ II der Krankheit. Ursache hierfür seien falsche Ernährung und Bewegungsmangel, aber auch genetische Vorbelastung, erklärte Koppatz.

Er wird am Sonnabend, 19. März, die Begrüßung zum neunten Diabetestag des Klinikums übernehmen. Dieser findet im LIW-Saal des Jugendförderungszentrums (JFZ) in Gardelegen, Tannenweg 17, statt. Die Veranstaltung geht von 10 bis 12 Uhr. Firmen präsentieren ihre Angebote, und Fachleute informieren über die Krankheit. Es gibt auch die Möglichkeit, kostenlos mit einem Bus zu fahren (Abfahrtszeiten siehe Infokasten)

Ab 10.10 Uhr wird Dr. Stephan Wolter aus Stendal über die Auswirkungen der Krankheit auf die Nieren sprechen. Chefarzt Dr. Michael Schoof referiert gegen 10.45 Uhr über die Bedeutung des Blutzuckerwertes. Die richtige Ernährung steht nach einer kurzen sportlichen Pause gegen 11.30 Uhr auf dem Plan.

Es folgt ein kurzes Referat zum Thema Diabetes und Straßenverkehr. Die Referentinnen Kathrin Grothe und Kathrin Karow sind beide Diabetesberaterinnen am Altmark-Klinikum.

Zu dem Diabetestag seien in den Vorjahren stets mehrere hundert Besucher gekommen, sagte Dr. Michael Schoof. Der Chefarzt wies darauf hin, dass die Behandlung von Diabetespatienten für das Klinikum ein wichtiger Standortfaktor sei. Diese kämen aus dem ganzen Umkreis und der östlichen Altmark. Denn das Gardeleger Klinikum sei seit 2004 bei der Deutschen Diabetesgesellschaft als Behandlungsklinik akkreditiert. Alle drei Jahre würden die Voraussetzungen überprüft. Dazu zählten neben der ausreichenden Ausstattung mit Geräten und Personal auch die Behandlungserfolge, erläutert der Chefarzt.

Ebenso benötige die Klinik eine Mindestzahl an Patienten. Auffällig dabei sei, so Hjalmar Koppatz, dass die Patienten immer jünger würden. Noch vor Jahren galt als Alter für den Beginn der Erkrankung Mitte 40 als normal. Heute leiden manche schon mit Mitte 20 an Diabetes. "Sicherlich hat das auch etwas mit der Ernährung zu tun, aber auch mit genetischer Vorbelastung", sagte Koppatz.

Zu viel Essen, zu wenig Bewegung - das sei ein "Missverhältnis der Kalorien-Zufuhr" so der Diabetologe. "Man fühlt sich schlapp, ist infektanfällig. Man hat viel Durst und muss viel Flüssigkeit loswerden", schilderte Koppatz die Symptome der Volkskrankheit.

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