Letzlingen (cbd). Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Letzlingen haben am Freitag während der Jahreshauptversammlung mehr Druck von Seiten des Forstamtes auf die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen gefordert. Sie befürchten weitere Schäden in den ohnehin geschwächten Wäldern im Revier. "Vielleicht wurden die Kontrollen zu locker genommen", sagte Waldbesitzer Friedhelm Gawert. "Ich möchte nicht morgen aufstehen und bis Gardelegen durchgucken können", sagte der Roxförder. Noch nie habe es solche großen Schäden gegeben. Doch offenbar sei die Region eine gefährdete. "Dann muss hier mehr passieren", forderte er.

Im vergangenen Jahr waren zahlreiche Kiefern nach Kahlfraß und Pilzbefall eingeschlagen worden. Forstamtsleiter Gerhard Henke verteidigte die Forstliche Versuchsanstalt. Wie auch Revierförster Ralf Pieper schon ausgeführt hatte, sagte er, dass Kiefern durch einen Kahlfraß der Kiefernbuschhornblattwespe nicht absterben würden.

Das Insekt lasse die Knospen stehen, so dass die Kiefern im Folgejahr wieder austreiben könnten. Erst der Pilz habe zum Sterben der Kiefern geführt und den Einschlag notwendig gemacht. "Das konnte keiner vorhersagen", sagte Henke. Selbst die Wissenschaftler der Versuchsanstalt seien verblüfft gewesen. Der Pilz, werde den Waldbesitzern in der Region auch künftig noch viele Sorgen bereiten, so Henke vorausblickend.

In diesem Jahr sei mit einer massenhaften Vermehrung der Blattwespe nicht zu rechnen, jedenfalls laut den Ergebnissen der Winterbodensuche, die bislang vorliegen würden. Abgeschlossen sei die Auswertung der Winterbodensuche aber noch nicht. Ein abschließendes Ergebnis werde es erst innerhalb der nächsten zwei Wochen geben.

Henke hatte zuvor während seines kurzen Berichtes auch die Schneebruchschäden angesprochen. Das angefallene Holz konnte "ohne Abstriche" vermarktet werden. Im gesamten Bereich des betreuten Waldes im Betreuungsforstamt Letzlingen, seien über Weihnachten 2010 durch den Schneebruch etwa 50 000 Festmeter Holz gefallen. Das entspreche etwa dem durchschnittlichen Jahreseinschlag, so Henke, um das Ausmaß zu verdeutlichen. Wichtig sei, das Holz alsbald aus den Wäldern zu räumen, um die Vermehrung weiterer Schadinsekten zu verhindern.

Die Waldbesitzer hätten in dieser Hinsicht aber bereits gute Arbeit geleistet, sagte Ralf Pieper. Innerhalb des ersten Halbjahres 2011 sollen nun die stark beschädigten Bestände bearbeitet werden. Im Zuge von anderen waldbaulichen Maßnahmen können dann im zweiten Halbjahr weniger beschädigte Bestände bearbeitet werden. Bis Ende 2011 alle Bestände zu beräumen, sei nicht zu schaffen. "Vielleicht im nächsten Jahr", sagte Pieper.