Das Miester Bad habe Potenzial, hatte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs während der Besichtigung gesagt. Das haben auch die Mitglieder des Fördervereines erkannt. Nach ihren Vorstellungen müssten in den Umbau 680 000 Euro investiert werden. Geld, das die Stadt nicht hat. Bis die Becken dem DIN-Standard entsprechen, soll das Bad auch geschlossen bleiben. Verein und Verwaltung wollen aber im Gespräch bleiben.

Mieste. Das Miester Freibad mit seinen großen Grünflächen bietet eine Fülle an Möglichkeiten. Das haben nicht nur die Mitglieder des Fördervereines erkannt, die sich mit Umbauplänen an Bürgermeister Konrad Fuchs und die Verwaltung gewendet hatten. Auch Fuchs sieht Potenzial für eine Privatisierung.

Nach den Plänen des Fördervereines müssten in einen Umbau zirka 680 000 Euro investiert werden. Die verschiedenen Schwimmbecken würden sie im oberen Bereich zentralisieren. Das Planschbecken würde entfernt und auf eine Wiese zwischen Freibad-Gebäuden und Nichtschwimmerbecken neu angelegt. Für die Reinigung des Beckenwassers gebe es eine ökologische Klärmöglichkeit - umweltfreundlich, passend zur naturnahen Lage des Freibades, argumentierte Vorstandsmitglied Uwe Langkau.

Links von den Schwimmbecken könnten dann auf der Grünfläche Freizeitanlagen geschaffen werden. Einen Volleyballplatz gibt es dort schon. Aber auch eine Minigolfanlage wäre denkbar, sagte Langkau.

Zur rechten Seite der Schwimmbecken könnten Zelt- und Campingplätze geschaffen werden. Auf dem Parkplatz vor dem Freibad wurden mit Geld aus dem Förderprogramm Leader bereits Stellplätze für Campingwagen eingerichtet. Naturnah gelegen sei das Freibad auf diese Weise ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Drömling mit dem Rad oder zu Fuß.

Die Fördervereinsmitglieder hatten angekündigt, Teile der Umbauten in Eigenleistung zu übernehmen. Dass ein kompletter Umbau nicht sofort möglich sei, war ihnen bewusst. Sie hatten gehofft, dass die Stadt das Bad in diesem Jahr wieder öffnen würde. Das aber lehnt Fuchs aus hygienischen Gründen ab. Er wolle nicht die Verantwortung übernehmen. Und Geld für einen Umbau habe die Stadt nicht.

Das Gesundheitsamt hatte in den vergangenen Jahren immer wieder die Wasserqualität in den Becken bemängelt und deutlich einen Umbau empfohlen, um die Wasserqualität dauerhaft zu gewährleisten. Eine gesetzliche Grundlage, um den Umbau einzufordern, gebe es aber nicht. Der Miester Gemeinderat wollte das Freibad zum Naturerlebniscamp umbauen und hatte für das Projekt Geld aus dem Leader-Programm beantragt. Mit dem Geld, das im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt worden war, wurden die Fremdenzimmer, die Sauna, die Umkleideräume und die Gaststätte am Freibad erneuert (wir berichteten).

Konrad Fuchs sagte, Förderverein und Stadt könnten im Gespräch bleiben. Das Argument, dass es den Förderverein erst seit einem halben Jahr gebe, ließ Fuchs nicht gelten. "Hätten Sie doch schon früher etwas gemacht", sagte er.