Ein einstimmiges Votum für die Öffnung des Potzehner Freibades in der Saison 2011 gab es am Dienstagabend vom Sozialausschuss. Ortsbürgermeister und Stadtratsmitglied Peter Kapahnke hatte die Mitglieder des Sozialausschusses zuvor durch das Freibad geführt. Das Bad verfügt über Technik, mit der das Wasser durchgängig gereinigt wird.

Potzehne. Das Potzehner Freibad scheint die Mitglieder des Sozialausschusses überzeugt zu haben. Sie empfahlen während der Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend in Potzehne, das Freibad in diesem Jahr wieder zu öffnen. Ausschlaggebend war offenbar der Zustand des Bades. Es verfüge über eine DIN-gerechte Filteranlage, mit der die vorgeschriebene Wasserqualität gewährleistet werden könne, berichtete Ortsbürgermeister und Ausschussmitglied Peter Kapahnke, der die Mitglieder des Ausschusses vor der Entscheidung durch das Freibad geführt hatte.

"Das Wasser muss von morgens bis abends die Qualität haben"

"Das ganze Dorf steht hinter dem Freibad", sagte Kapahnke. Und sollte es eine Entscheidung für die Öffnung des Bades geben, werde die Bevölkerung bei den Vorbereitungen helfen, sich vor allem in die Pflege der Grünanlagen einbringen. Die Technik, 1996 mit Fördergeld im Freibad installiert, sei schon ausprobiert worden. "Es haut alles noch hin", sagte Kapahnke, sie habe die Schließung im vergangenen Jahr "relativ gut überstanden".

Eine ordentliche Filtertechnik sei nach Kapahnkes Ansicht die Grundvoraussetzung für den Betrieb eines Freibades. "Das Wasser muss von morgens bis abends die Qualität haben, die vorgeschrieben ist", sagte er. In Potzehne habe es seit dem Einbau der Filteranlagen keine Beanstandungen der Wasserqualität gegeben. Die Qualität des Wassers werde von einem Computer überwacht. Automatisch würden nicht mehr und nicht weniger Chemikalien als notwendig zugesetzt. Das komplette Beckenwasser werde etwa vier- bis sechsmal täglich gefiltert. Die Anlage sei wartungsfrei, berichtete Kapahnke.

Auf Nachfrage des Ausschussmitgliedes Andreas Finger erklärte Kapahnke, Wasserverlust durch beschädigte Becken gebe es nicht. Das Becken mit 50 Meter Länge und 20 Meter Breite werde einmal gefüllt. Lediglich durch Verdunstung oder Wasser, das in Badebekleidung mit aus dem Becken getragen werde, gebe es einen leichten Wasserverlust. Der Wasserstand werde ebenfalls automatisch geregelt. Wenn die Untergrenze erreicht wird, werde automatisch Wasser zugepumpt. Die Risse im Becken seien lediglich oberflächlich.

Auch Umkleidekabinen und Sanitäranlagen seien in Ordnung. Der überdachte Pavillon sei in diesem Jahr eingestürzt, berichtete Kapahnke. Er habe bereits Sponsoren gefunden, die zumindest eine Brüstung um die Betonfläche setzen würden, damit sie als Sommerterrasse genutzt werden kann.

"Bei allem Respekt vor dem Haushalt, das Bad ist für die Region wichtig"

Finanzielle Unterstützung gebe es aus dem Nachbarkreis, aus der Gemeinde Calvörde, die ebenfalls großes Interesse habe, dass das Bad erhalten bleibt. Es gebe eine jahrzehntelange Verbindung in die Nachbarregion, sagte Kapahnke. In den Calvörder Haushaltsentwurf seien 5000 Euro für das Bad eingeplant.

Abschließend sagte Kapahnke, "die Möglichkeiten sind da, wir müssen es nur wollen". Und der Wille, zumindest des Sozialausschusses, ist da. Einstimmig votierte er für die Öffnung des Bades.

Ausschussmitglied Regina Lessing argumentierte: "Bei allem Respekt vor dem Haushalt und der finanziellen Lage, das Bad ist für die Region, und da spreche ich für den gesamten Süden, wichtig." Jedes Bad habe seine Vor- und Nachteile.

Der berufene Bürger Horst Hartmann sagte: "Die gesamte Anlage ist in einem sehr guten Zustand." Man solle sie nicht verkommen lassen, "das geht nicht", betonte er. Die Privatisierungsversuche seien bislang fehlgeschlagen, sagte er. Aber er habe nicht den Eindruck, dass die Potzehner gegen eine Privatisierung seien. Das bekräftigte Kapahnke: eine Investruine - also Technik, die sich quasi kaputt gestanden habe, sei noch schwieriger zu privatisieren.

Das Potzehner Freibad wird einen Zuschussbedarf von etwa 25 000 Euro haben, geht aus der Einschätzung der Stadtverwaltung hervor. In der Auflistung des Zuschussbedarfes in den Jahren 2007 bis 2009 betrug das Defizit zirka 15 000 Euro. Kapahnkes Plan für 2011 sieht 19 200 Euro als Zuschussbedarf vor. Aber: "Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern (14 000 Euro) erscheinen etwas optimistisch, die Personalkosten (13 000 Euro) dagegen sind etwas zu gering angesetzt", so die Einschätzung der Verwaltung, die den Zuschussbedarf deshalb auf 25 000 Euro ansetzte.

"Die gesamte Anlage ist in einem sehr guten Zustand"

Über das Miester Freibad ist während der Sitzung des Sozialausschusses nicht beraten worden. Zwar stellte Ausschussmitglied Roswitha Stadie den Antrag, das Miester Bad in die Tagesordnung aufzunehmen. Eine Änderung der Tagesordnung sei aber nach der Geschäftsordnung nicht möglich, bestätigte Hauptamtsleiter Klaus Richter.

Im Tagesordnungspunkt Anfragen und Anregungen monierte Stadie, dass nur von einem zum anderen diskutiert werde, ein Gesamtkonzept aber fehle. Für die Zukunft würde sie sich ein solches Konzept wünschen. Zudem werde schon jetzt über Geld entschieden, obwohl noch kein Haushalt vorliege, kritisierte sie weiter. Insgesamt hätte sie sich hinsichtlich der Freibäder eine andere Verfahrensweise gewünscht. Stadies Ausführungen fanden im Ausschuss Zustimmung.

Das beratende Stadtratsmitglied des Sozialausschusses, Hannelore von Baehr, brachte das Schreiben des Fördervereines für das Freibad Mieste zur Sprache. "Wie gehen wir mit diesem Schreiben um?", fragte sie. Inhaltlich diskutiert wurde darüber nicht. Entsprechende Anträge könnten die Fraktionen stellen, berichtete der Ausschussvorsitzende Walter Thürer.

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