Das Vorhaben, die Kinderklinik "Albert Schweitzer" ins Haupthaus des Gardeleger Krankenhauses zu integrieren und mit anderen Bereichen zusammenzuschließen, ist vorerst ausgesetzt worden. Ein Grund dafür sind unter anderem die steigenden Geburtenzahlen in den vergangenen Monaten.

Gardelegen. Als im vergangenen Jahr an der Krankenhausplanung für das Land Sachsen-Anhalt gearbeitet worden war, kamen auch im Altmark-Klinikum alle Stationen auf den Prüfstand. Unter anderem die Geburtshilfe und die Kinderklinik am Standort Gardelegen. Denn in den Prognosen bis 2018 ist von einem Rückgang bei der Geburtshilfe für beide Standorte, also Gardelegen und Salzwedel, von zusammen rund 40 Prozent die Rede. In der Kinderheilkunde könnte es einen Rückgang von rund 20 Prozent geben, bei der Frauenheilkunde von 17 Prozent. Die Ursache: Wegen des Geburtenknicks in den Nachwendejahren gibt es jetzt weniger Frauen, die Kinder bekommen, und damit weniger Kinder, die krank werden können.

Für den Standort Gardelegen ist darum die Zusammenlegung zu einer Frau-Mutter-Kind-Station geplant - auch, um die medizinische Versorgung von Kindern und werdenden Müttern überhaupt weiterhin in Gardelegen anbieten zu können. In ersten Diskussionen war nämlich auch eine Zentralisierung dieser Bereiche in Salzwedel zur Sprache gebracht worden.

"Große Aufwendungen nötig, um unsere Pläne umzusetzen"

Die Kinderklinik soll ins Haupthaus des Altmark-Klinikums integriert und dort der Geburtshilfe und Frauenheilkunde angeschlossen werden. Das bedeutet das Aus für eine selbstständige Kinderklinik und eine selbstständige geburtshilfliche oder gynäkologische Station. Das jetzt von der Kinderklinik genutzte Gebäude soll bis Jahresende leer gezogen werden. Soweit die Pläne.

Doch ob es dazu wirklich kommt, ist derzeit offen. "Der Aufsichtsrat hat die Umsetzung vorerst ausgesetzt", sagte Landrat Michael Ziche, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Altmark-Klinikum gGmbH, auf Nachfrage. Dafür gebe es zwei Gründe. Als den einen nannte Ziche "die außerordentlich erfreuliche Fallzahlenentwicklung bei den Geburten" - es werden also derzeit mehr Kinder geboren als prognostiziert, so dass die zwölf Betten der Geburtshilfe am Gardeleger Standort gut ausgelastet sind. "Darum können unsere Pläne eventuell nicht gehalten werden", sagte Ziche.

Ein zweiter Grund für das Aussetzen der Fusionspläne hat sich aus einer Detailplanung ergeben, mit der der Umzug vorbereitet werden soll. Für diese Planung sei ein Fachinstitut hinzugezogen worden, so Ziche. Das hat sich unter anderem mit Fragen der Hygiene beschäftigt. Nach Einschätzung der Fachleute seien "große Aufwendungen nötig, um unsere Pläne umzusetzen", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Vorerst wird also der Ist-Zustand beibehalten. Das Aussetzen des Vorhabens sei aber keine endgültige Rücknahme der Pläne, stellte Michael Ziche klar. Der Aufsichtsrat werde sich später noch einmal mit dem Thema beschäftigen.